Freitag, 6. September 2013

schmerzwach isst: Gastbeitrag von Sebastian Makert


Hallo zusammen,
wie "schmerzwach" darauf kam, ausgerechnet mich für ein Paar Gastbeiträge zum Themenschwerpunkt Essen einzuladen, ist mir rätselhaft. Er hatte bei Facebook ein Paar interessante Einträge zu diesem Thema von mir gesichtet - schrieb er mir. Ich möchte vorab klarstellen, dass ich weder ein Medizinmann bin, noch irgendwelche anderen Qualifikationen diesbezüglich vorweisen kann. Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert, der Schwerpunkt lag mehr auf Bits und Bytes und Zinseszinsrechnung. Ich gebe mich dennoch geschlagen und erkläre mich bereit von meinen Erfahrungen zu berichten.
Das Thema Essen hat für mich zwei wesentliche Aspekte. Zum einen muss es schmecken (Genuss), zum anderen spielt der gesundheitliche Aspekt eine Rolle.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Demnach möchte ich dazu auch nicht sonderlich viel schreiben. Meiner Ansicht hängt die Geschmackprägung primär von der elterlichen Essensversorgung ab. Beeinflusst durch schnelles Essen (Fast Food) ändert sich das Geschmacksempfinden Richtung Einheitsgeschmack (Geschmacksverstärker tragen überdies zur Abhängigkeit bei).
Zum Thema Essen in Verbindung mit dem Gesundheitsaspekt lässt sich einiges mehr sagen.
Mein Wissensstand dazu lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Quelle: GQ, Ausgabe 07/2013
esse viel Frisches (Gemüse und Obst)
ernähre dich abwechslungsreich
konsumiere keine tierischen Produkte
konsumiere keine Milcherzeugnisse
konsumiere keine Weizenprodukte
Möchte man dies befolgen, darf man sich als Veganer oder Rohköstler bezeichnen. Der Rohköstler verzichtet zusätzlich auf das Erhitzen der Nahrung (max. bis ca. 40°C). 
Wozu die ganzen „Einschränkungen“, fragst du dich sicherlich. Die Antwort ist ganz einfach, zahlreiche Studien belegen es: Veganer leben gesünder und länger. Die GQ (Juliausgabe 2013) verweist z.B. auf die Erkenntnisse aktueller Forschung, wonach man bei gesunder Lebensweise Aussicht auf 120 Lebensjahre hat und darüber hinaus auch noch Geldreserven aufbaut.
Als eine gute Informationsquelle kann ich euch die Seite www.provegan.info empfehlen. Der Film „Gabel statt Skalpell“ ist ebenfalls empfehlenswert. Informiert euch, bildet euch eine eigene Meinung und stellt euch selbst hin und wieder Fragen (z.B. welche Lebewesen außer dem Menschen trinken im Erwachsenenalter noch Muttermilch?; wie ist es möglich, dass  so große und starke Tiere wie z.B. Pferde / Elefanten, etc. sich rein pflanzlich ernähren können, woher beziehen diese Tiere ihre Energie bzw. Nährstoffe?)
Möchte man das Thema weiter fassen, muss man sich auch mit dem ethischen Aspekt beschäftigen. Schaut euch diesbezüglich den Film „Earthlings“ von Shaun Monson an. 
Quelle: Facebook
Das ist die Hardcorevariante für diejenigen, die sich durch Fakten nicht überzeugen lassen (oder wollen) oder die Schocktherapie bevorzugen. Manche Menschen bewegt dieser Film derart, dass sie anfangen auf der Straße die Botschaft zu verbreiten, oder sich gar mit vollem „Körpereinsatz“ engagieren.
Schließlich möchte ich ganz einfach von meinem Weg zum Veganismus berichten. Vor etwa 2-3 Jahren stellte ich fest, dass mir der Geruch von Fleisch nicht mehr gefiel, auch gefiel mir der Geschmack nicht mehr. Ich reduzierte den Fleischkonsum auf Geflügel und Fisch. Nach einem Jahr war mir auch Geflügelfleisch nicht mehr ganz geheuer. Sukzessive stellte ich den Geflügelfleischkonsum ein. Länger aß ich dann noch Fisch, aber auch dies abzustellen fiel nicht mehr schwer, nachdem ich erfuhr wie hochgradig unsere Weltmeere mit Giften (Erdöl, Düngemittel, Abwasser, Schwermetalle, Radioaktive Stoffe, etc.) belastet sind und welch gravierende Folgen dem Ökosystem drohen. Unterdessen lernte ich immer mehr neue Lebensmittel und Alternativen zum Fleischkonsum kennen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artensterben
- meere-koennten-bis-2048-leergefischt-sein-a-445889.html
Erfahrungsgemäß ist es nicht einfach von einem Tag auf den anderen Vegetarier oder Veganer zu werden. Probiert es aber einfach mal aus, werdet für den Anfang zum Beispiel Halbzeitvegetarier und entwickelt euch dann immer weiter.
Die Vorteile liegen doch auf der Hand, ihr macht es ganz allein für eure Gesundheit, tragt zur Vermeidung von Tierausbeutung und Grausamkeiten an Tieren bei und leistet einen großen Beitrag gegen den Welthunger.
In Deutschland leben ca. 500 T Veganer und ca. 5 Mio. Vegetarier, Tendenz steigend! In vielen normalen Lebensmittelgeschäften kann man heute bereits problemlos vegetarisch oder vegan einkaufen, die Anzahl an veganen Lebensmittelgeschäften steigt zudem an. Bei uns in Frankfurt gibt es mittlerweile ca. 50 Lokalitäten mit veganem Angebot, aber auch Restaurants mit ausschließlich veganem oder rohköstlichem Gerichten. Und es wird verrückter, es gibt sogar Metzger in Frankfurt, die vegane Produkte anbieten.
Wenn ihr Fragen habt, schließt euch z.B. einer Gruppe bei Facebook an. Dort findet ihr euresgleichen, könnt Fragen stellen und Wissenswertes erfahren. Ich selbst bin auch erst vor kurzem einer vegan Gruppe bei Facebook beigetreten und lerne fortwährend Neues dazu, beteilige mich an den Diskussionen und teile meine Erfahrungen.
Ziel meines nächsten Gastblogeintrages ist es euch in Bildern aufzuzeigen, wie bunt und abwechslungsreich veganes Essen sein kann.
Alles Beste,
Sebastian
P.S: bekanntermaßen hängt Gesundheit nicht nur von der Ernährung ab. Wer im Leben einer Aufgabe nachgeht, die Freude bereitet, Stress meidet oder Ausgleich findet, sich sportlich betätigt und viel Zeit in der Natur verbringt, trägt auch viel zur Gesundheit bei.

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