Mittwoch, 4. September 2013

schmerzwach isst: Grillen im Garten


Grillen ist Kindheit. Oder? Ich kenne niemanden, der Grillen nicht mag! Wirklich.
Herzlich willkommen zum neuen Schwerpunkt auf schmerzwach: Essen. Ja, diesen Monat verwandelt sich schmerzwach in einen Foodblog und nennt sich "schmerzwach isst". Was wird alles passieren? Ich meine, ich kann ja nicht kochen, schwierig also für mich, den Blog mit Content zu füllen. Oder? 
Und um was wird es genau gehen? Für jemanden, der keine Ahnung von Kochen hat ... Eines kann ich jetzt schon versprechen: es wird immer ein bisschen um diese Thematik: "vegan werden, vegetarisch essen oder doch Fleischesser bleiben" gehen. Wobei ich dazu neige, erst einmal auszuschließen, vegetarisch oder gar vegan zu werden. 
Warum? Vegan ist so ziemlich selbstverständlich. Milchprodukte können noch so schlecht für unsere Gesundheit sein, aber verhindert, dass ich eine Woche kein Naturjoghurt und keinen Schafskäse zu essen bekommen, und dann habt ihr einen Amoklauf oder den 3.Weltkrieg - ihr könnt euch entscheiden. Und vegetarisch? Nun, was ist denn Grillen ohne Fleisch? Mir sagen Menschen, die sich bewusst ernähren: ja, du musst ja auf nichts verzichten, es gibt ja dann andere Dinge, die dir schmecken werden. Ja, aber ich will keine Tofu-Wurst, ich will keine gegrillte Paprika anstatt einer leckeren Merguez-Wurst. Mich macht das nicht glücklich! Ich sage doch auch nicht zum Raucher: Ja, dann steck dir halt ne Gurke in den Mund, ist eh gesünder. Ich sage nicht demjenigen, der gerade einen Champagner genießt: trink doch so ein schönes Wasser mit einer Zitrone drin, voll lecker. ;-) 
Bewusste Ernährung ist gut. Und Menschen, die konsequent vegan oder vegetarisch leben, bewundere ich. Wenn Menschen hier durch Gastbeiträge, die diese bewusste Ernährungsweise propagieren, animiert werden, ihre Ernährung umzustellen, dann freue ich mich sehr. Ich kann nur sagen, dass mein Weg vorerst ein anderer ist, denn es liegt neben Suchtverhalten auch etwas sehr Emotionales, Erinnerungen an geliebte Menschen, in meinem Essverhalten. Nennt es verrückt, oberflächlich, rechtfertigend, whatever!
Aber eine meiner buntesten und liebsten Erinnerungen an meinen verstorbenen Vater sind die Tage, an denen wir in seinem großen Garten gegrillt haben. Nicht mit vielen Gästen, sondern wenn wir unter uns waren, mit der Familie. Und ich mich mit Koteletts und Würsten vollgestopft habe. Das verband mich mit meinem Vater, unser gemeinsamer Nenner.
Das habe ich noch nie jemandem erzählt, aber als ich im Garten saß am Sonntag, und meine BFF am Grill stand,wurde ich sentimental und dachte an die Zeit zurück, an meine Vorfreude schon Tage zuvor ... Maiskolben dürfen von mir aus auf den Grill gelegt werden (das ist so Griechenland in meiner Kindheit), auch Schafskäse, alles andere interessiert mich nicht. Es ist Kindheit, es ist Freude, es ist Erinnerung. Und die lasse ich mir nicht nehmen. 
Ja, ich bin bereit, mehr Geld auszugeben, frisches Fleisch vom Bahnhof zu grillen, alles, aber ganz auf Fleischgerichte und Milchprodukte (oder weißes Mehl) verzichten werde ich nicht. Ich bin auch bereit, neue Dinge auszuprobieren, in vegane Restaurants zu gehen. Da werde ich genug Speisen finden, die mir schmecken. Das ist nicht das Problem. Ich bin auch der erste, der für Veggie-Tage in Kantinen ist, meinetwegen überall sogar. In einem Kurzroman, der in den nächsten Monaten veröffentlicht wird, hatte ich die Vision, dass es nur einen Fleisch-Tag in der Woche gibt. Das, ja. Aber mehr ...
Was ist spannend an Food-Blogs? Ich weiß es nicht. Ich werde es herausfinden. Und ich werde mal schauen, was man da so alles für Blödsinn posten kann. ;-)




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