Dienstag, 10. April 2012

Homophobie IST ein Thema!

promiflash.de entnommen
Das Thema Homophobie ist plötzlich Thema im absoluten Mainstream geworden: bei DSDS sang Kristof Hering mit, in der vorletzten Show ist er herausgeflogen - bei dem Cybermobbing, das er aufgrund seiner Sexualität zu ertragen hatte, ist es vielleicht sogar besser so gewesen. Was war passiert? Zunächst hatte er sich geoutet und davon erzählt, dass sein Freund dreißig Jahre älter als er ist. Daraufhin schlachteten die Bild-Zeitung und vor allem RTL selbst dieses Thema auf die platteste Weise aus. Kristof Hering fand sich auf der Bühne plötzlich mit Transen wieder, musste immer wieder üble Fummel anziehen, um als "Schwuchtel" dargestellt werden zu können, und der Freund, der im Publikum saß, wurde ständig eingeblendet. Auf seiner Facebook-Seite und vielen anderen Foren begann eine Hetzjagd auf den jungen Mann, der eigentlich nur singen bzw. seine große Chance nutzen wollte. Ihm wurde nicht nur mit Prügel gedroht, sondern auch mit Kastration und sogar dem Tod. Der arme Kristof hatte bald solche Angst, dass er sich nicht mehr aus der DSDS-Villa traute. In meinem Posting http://schmerzwach.blogspot.de/2012/03/rtl-2-dsds-und-plattenbaugefuhle.html  hatte ich ja versprochen, mich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Nicht nur in der Fortsetzung von Plattenbaugefühle, die gerade "in der Mache" ist, möchte ich darüber schreiben, sondern auch hier. Der Anlass ist nun der heutige Artikel in einem großen Portal für queere Lebensweisen und Lifestyle, der heute einen Bericht zu einer großen Studie zu "Homophobie" veröffentlicht hat: http://www.queer.de/detail.php?article_id=16280. "Das Ergebnis zeigt, dass insbesondere diejenigen Personen starke homophobe Neigungen zur Schau stellten, die sich selbst als heterosexuell bezeichnen, aber in Tests eher auf gleichgeschlechtliche Reize reagieren." Das ist ein Zitat aus dem Artikel, platter ausgedrückt: "Verkappte Schwule neigen zu besonders heftigem Schwulenhass." Denn, so sagen die Wissenschaftler, diejenigen, die ihre Sexualität unterdrücken möchten, sehen offen lebende Lesben und Schwule als Bedrohung an - und neigen dazu, den entgegengesetzten Standpunkt einzunehmen, sie also zu diskriminieren. Und dieser Effekt tritt vor allem bei Menschen ein, die in einem autoritären Elternhaus erzogen wurden, was auch nicht besonders überraschend erscheint. Wieso man diese Morddrohungen, die gegenüber Kristof Hering ausgesprochen wurden, tatsächlich ernst nehmen MUSS, besagt dieser Artikel auch. Es ist tatsächlich so, dass diese Gefühle tatsächlich in Morden enden können: "wie etwa 2008, als ein 14-Jähriger seinen offen schwulen Klassenkameraden erschoss. Der Jugendliche wurde im vergangenen Jahr zu einer Haftstrafe von 21 Jahren verurteilt." Viele Menschen neigen dazu, diese Thematik wenig ernst zu nehmen oder zu bagatellisieren. Sie sagen, dass das in Deutschland kein Problem sei, da gebe es ja sogar den offen schwul lebenden Außenminister oder den Regierenden Oberbürgermeister in Berlin, der offen ausspricht. "Ich bin schwul und es ist gut so." Doch die Homophobie nimmt weiter zu, eine Zeit lang war sie vielleicht etwas verborgen, die Zeiten des ganz schlimmen Bashings in den Achtzigern, als AIDS aufkam, sind vorbei. Aber unter der Oberfläche blieben diese Vorbehalte immer, in bestimmten Kreisen sowieso. Homosexuelle werden immer in Schubladen gesteckt - und selbst ich, der sein Schwulsein offen auslebt, hat gelegentlich Probleme, wird nicht ernst genommen aufgrund seiner anderen Sexualität. Wisst ihr welche Probleme ich habe in Schulen aufzutreten mit Plattenbaugefühle? Bis heute wurde ich nicht in die Schule eingeladen, in der der Roman spielt! Warum? Warum möchten bestimmte Medien nicht über mein Buch berichten? Wieso verstecken sich bestimmte Blogger_innen hinter ihrem ach, so großen unerledigten Bücherstapel? Nein, Homosexuelle sind bei Weitem nicht im Mainstream angekommen, sie sind immer noch nicht "normal" und "gewöhnlich", sie sind immer noch "anders". Es gibt immer wieder "Alibi-Homosexuelle", aber von einem angemessenen Umgang mit Homo-, Bi- und Transsexuellen sind sowohl die Medien als auch "die Gesellschaft" weit entfernt. Nein, wenn man seine Homosexualität auslebt, ist man immer noch bedroht, gemobbt, verprügelt und gar getötet zu werden - und das nicht nur in fernen Ländern... Ein weiterer Lektüretipp zum Thema "Gewalt gegen Schwule" hier: http://www.arcados.com/?p=815.

1 Kommentar:

  1. Die Bibel erkannte Sex zwischen Männern als Laster, zu dem jeder Mann fähig ist! Das ist bis heute so. Soviele nurschwule Pornomodelle für Pics und Videos, wie es im Netz gibt, wären gar nicht zu finden! :P
    Wie funktioniert HETEROSEX? > siehe Link unter meinem Namen! ;)

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