Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ein Tag auf der Buchmesse...

Eigentlich ist das Thema von Drawert aus der Textwerkstatt ja klar gestellt: Warum schreibe ich? Aber wieso fällt mir keine spannende oder zumnindest halbwegs befriedigende Antwort darauf ein? Ich weiß es einfach nicht, spätestens heute hatte ich diese Frage beantworten wollen, auf meinem ersten Tag auf der Buchmesse, nur... Keine Ahnung, Buchmesse ist und ich fühle mich schlecht... Heute wollte ich mir überlegen, wie ich an die Beantwortung der Frage rangehe... und nichts, einfach NICHTS! Ich fühle mich leer, ich möchte mich ins Bett legen, ich sehe keinen Sinn mehr...



This is the end, my friend... Am Ende dieses Literaturt
ages... zu viele Bücher, zu viele zermarternde Gedanken, zu viele Fragen... Ging es um das Alleine sein? Lesenund Schreiben sind Dinge, die man alleine macht, man braucht niemanden dazu. Hinterher ist ein Feedback wichtig, eine Leserschaft, wobei es da egal ist, ob diese dein Buch kauft und liest oder ob sie den "Content" im Internet rezipiert - es geht um die Verbreitung und es geht letztendlich auch darum, Geld zu bekommen, um sich auf das Schreiben zu konzentrieren, um zu arbeiten. Was mich zu dem Vortrag von Leander Wattig führt, den ich heute um die Mittagszeit hören durfte:


Mehr zu dem Vortrag kann man sicher bald in seinem Blog lesen: http://leanderwattig.de/... Mir fallen noch al
s Motto ein: "Autoren schreiben mehr für Leser als für Lektoren." Dies als Chance für Content im Internet freiwllig zu zahlen. Für mich habe ich mitgenommen, dass ich Flattr nutzen könnte. User zahlen 5 oder 10 Euro, lesen Artikel und je nachdem wieviele sie gelesen haben, wird das Geld auf diese Artikel umgelegt. So könnte ich auch meinen Schreibprozess monetarisieren, ja, man stelle sich vor, nicht das fertige Buch wird bezahlt, sondern auch schon Teile davon vorher, und man ist als Autor in der Lage, weiterzuschreiben, weil es Lesern gut gefällt und die möchten, dass man weitermacht. Links, die Leander Wattig noch nennt, sind seine Plattform: http://wasmitbuechern.de/, außerdem www.epidu.de, http://www.neobooks.com/ und http://www.bookrix.de/. Außerdem empfiehlt er Markus Albers´ Meconomy: http://www.meconomy.me/shop. Muss ich alles genau recherchieren.



Ob 895 Euro im Monat auch in Deutschland realis
tisch sein können, sei dahingestellt...
Zurück zum Anfang des Tages. Mich hätte irritieren müssen, dass die Paraguayos schon heute Morgen keinen Bock auf Buchmesse hatten:



Warum schreibe ich? Warum gehe ich auf die Buchm
esse? Die Frage bleibt, trotz allem. Was fasziniert mich?



Wer ist da das Mängelexemplar? Ich sehe nicht glücklic
h aus, trotz Millionen von Büchern, trotz so viel spannender Exemplare der Wortkunst, trotz spannender Themen und schönen Covern, trotz Büchern, die scheinbar nur für mich geschrieben wurden...








Mich deprimierten heute diese Bücher, diese Lesungen, ganz besonders der arrogante und sich sehr selbstüberschätzende Biermann, den ich sowieso noch nie mochte:


Auch "Literatur im Römer" war mir heute zu verschwommen, zu sinnentleert, ohne genau zu wissen, was mich am Gelaber und an der Lesung von Hettche und Mosebach am meisten gestört hat...



Und trotzdem passierte etwas zwischen dem "Mängelexemplar" und dem folgenden Bild, das auf der Heimfahrt entstand:



Lesen ist etwas Einsames, Schreiben auch, Literatur an sich... Ich bin immer alleine. Ich fühlte mich alleine... auf dem Weg zum Römer, obwohl ich es nicht war. Doch mich nervte ein wenig, dass der Literaturzirkel quasi erneut ausfiel, weil nur eine Person, und auf die ist immer Verlass, bei der Lesung dabei war... Ich bin ambivalent, vielleicht haben mich andererseits die Leute auch gestört, die sonst da waren, vielleicht mag ich Lesungen nicht. Weil ich etwas teilen muss. Und vielleicht stört es mich nicht wirklich, dass der Literaturzirkel mich im Stich ließ, und trotzdem dachte ich: WTF, der Literaturzirkel ist t
ot, bevor er lebendig wurde. Und WTF, warum interessiert dich Literatur eigentlich? Warum Bücher? Warum das Schreiben?

Dabei war es zwischendurch wirklich gesellig und witzig, naja, der Alkohol... :-)

Hier auf dem Sekt-Empfang vom Quer-Verla
g:



Und hier auf dem Wein-, Wein- und bevor wir kamen auch Bier- Empfang beim österreichischen Luftschacht-Verlag.



Warum mag ich Bücher? Literatur? Das Schreiben? Vielleicht bringt dies mein zweiter Tag auf der Buchmesse?

1 Kommentar:

  1. Danke für den Hinweis auf meinen Vortrag! :)

    Die Präsentationsfolien sind übrigens online und können auch heruntergeladen und weitergegeben werden:
    http://leanderwattig.de/index.php/2010/10/08/prasentationsfolien-flattr-kachingle-co-freiwilliges-bezahlen-als-chance-fur-den-buchmarkt/

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