Samstag, 28. August 2010

Metropia

"Metropia" war nun also der erste Film, den ich beim Fantasy Filmfest sehen konnte und durfte. Es hat sich gelohnt, es hat sich wahrlich gelohnt, diesen etwas anderen Animationsfilm anzuschauen.
"Metropia" spielt in nicht allzu ferner Zukunft. Die Ölreserven der Welt sind nahezu erschöpft und Europas Städte sind durch eine gigantische U-Bahn miteinander verbunden. Als der Stockholmer Roger eine dieser Bahnen betritt, hört er plötzlich eine fremde Stimme in seinem Kopf. Er hofft, dass die mysteriöse Nina ihm helfen kann, dem unheimlichen Gespinst der Bahnen zu entkommen, aber je weiter sie reisen, umso mehr wird Roger in eine Intrige involviert.
Der bekannte Graffiti-Künstler Tarik Saleh hat hier einen besonders düsteren Film geschaffen, der eine ganz bedrückende Atmosphäre erschafft, gleichzeitig fühlt man sich weit entfernt von dem Geschehen und gleichzeitig in den Film eingesogen. In einem aufwändigen Verfahren hat Tarik Saleh Fotos, die von seinen Kollegen, dem Fotografen Sesse Lind in
Stockholm, Berlin, Paris and Kopenhagen gemacht wurden, im Photoshop und Photoshop After Effects bearbeitet. Egal, ob Alexanderplatz oder Hauptbahnhof in Berlin, der Eiffelturm in Paris oder andere Orte in ganz Europa: es sah traumhaft düster schön aus. Die Figuren des Films sehen einerseits verfremdet und karikiert aus, andererseits haben sie sie grandiose Mimik, ganz anders als in anderen Animationsfilmen in 3D. Faszinierend sind die Stimmen der Figuren, allen voran der Deutsche Udo Kier und sein fürchterlich cooler Akzent im Englischen, ganz faszinierend sind auch die Stimmen von den Indie-Größen Vincent Gallo und Juliette Lewis. Übrigens verstand man das Englisch in diesem Film sehr gut (das war ja unsere Hauptbefürchtung, dass wir es schwer hätten, dem Film zu folgen und es einfach nur anstrengend wird). Die utopische Geschichte dieser Metro und dem Shampoo, das dafür sorgt, dass eine Stimme fortwährend mit einem redet, ist gruselig. Der Aufbau der Geschichte ist spannend und kurzweilig, und in diesen 80 Minuten dachte ich oft, oh je, wird es Roger schaffen, da lebend rauszukommen. Ja, ein wahrlich guter Film.

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