Donnerstag, 22. August 2013

schmerzwach reist: Münster


Diese Blogeinträge sind Schnipsel, sie sind kurze Zustandsbeschreibungen – sie wollen nicht vollständig sein, kein Reisebericht, und schon gar nicht wollen sie ein Reiseführer sein. Sie sollen einen Eindruck darüber vermitteln, wie ich eine Stadt sehe. Sie sollen kurz anreißen, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen. Nicht zu viel, gerade so, dass man den einen oder anderen Gedankensplitter erhält. Diese Bilder werden irgendwann ein Ganzes ergeben. Sie werden in einen fiktionalen Zusammenhang gesetzt ...
Diese Reisen ... sie sind oft ungeplant. Ich fahre an den Frankfurter Hauptbahnhof und entscheide spontan, wo ich hinfahre – ich kontaktiere oft niemanden, kündige mich nicht an, kümmere mich nicht darum, ob da Freunde wohnen. Nicht weil ich sie nicht sehen möchte, sondern weil ich bei diesen ungeplanten Reisen alles auf mich zukommen lassen möchte. Wenn ich mich aber mit anderen Menschen treffe, dann passiert da eine Lenkung, ich sehe andere Dinge, mein Blick wird fremdgeleitet. Wenn es keinen guten Grund gibt (wie in Waldkirch, Karlsruhe oder Hamburg z.B.) verzichte ich auf diese Fremdsteuerung. Ich möchte alles ungefiltert auf mich einrieseln lassen. Ich informiere mich auch nicht vorher über die Stadt – sonst hätte ich in Münster gewusst, dass Sommerkinonacht am Schloss ist, dass ich da also gar nicht rein darf. Nicht schlimm, ich konnte mir das Schloss grob von drau0en anschauen, aber drinnen ist es bestimmt schöner.
Münster also. Auch hier war ich noch nie, und während ich bei den meisten anderen Orten sagen kann. Wenn ich da bis zu meinem Tod nicht gewesen wäre, auch nicht so wild, muss ich mich hier fragen, wie ich 38 Jahre überleben konnte, ohne diese schöne Stadt zu sehen. Wundervoll. Nicht mehr nicht weniger.
Münster. Wenn ich mich in einer Stadt nicht verirre, auf Anhieb den Weg zurück zum Bahnhof finde, dann ist die Stadt entweder total klein, superlogisch oder eben gar nicht logisch. Ich glaube, letzteres trifft auf Münster zu.
Es gibt einen Münster-Tatort, sagte man mir. Gibt es auch einen, in dem ein Fahrradfahrer ein Serien-Mörder war? Oder einen, in dem ausschließlich Fahrradfahrer umgebracht werden, und zwar mit der Begründung, dass sie ebensolche sind? Hier in diesem wunderbaren Münster fallen einem solche Szenarien ständig ein...
Warum ich Münster so sehr mag? Es ist so idyllisch, hat so eine coole Architektur, ist öko, ist alternativ, ist grün, ich fühlte mich einfach wohl da, einfach einfach.














Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen