Sonntag, 4. August 2013

schmerzwach reist: Hamburg, CSD


1000 Kilometer zurück gelegt an einem Tag, dafür die Nacht durchgemacht - und es hat sich gelohnt. Häufiger wurde ich darauf angesprochen, wieso ich denn gegen "die Russen" mobil mache. Wieso die Aktion #putinmyass so "russenfeindlich" wäre. Nein, niemand der Veranstalter von #putinmyass, weder Silvio Mohr-Schaaff noch alle anderen Mitstreiter_innen, haben etwas gegen Russland oder Russen, sondern tatsächlich nur gegen Putin und seine Regierung, die skandalöse Gesetze installieren, die die freiheitlichen Rechte vieler Menschen, so sein zu können, wie sie sind, nicht nur beschränken, sondern viele ihrer Handlungen unter Strafe stellen. Ich möchte jetzt kein politisches Pamphlet aus diesem Text machen - jede_r, der/ die lesen kann, wird es die letzten Wochen und Monate in den Zeitungen, im Internet mitgekriegt haben. Es gibt keine Diskussion darüber. Die Devise lautet "Wehret den Anfängen" - Menschen aus Deutschland solidarisieren sich mit russischen Bürgern, insbesondere mit LGBTIs, um zu zeigen, dass es uns nicht egal ist, was woanders passiert. Die Wahrheit ist: wir sind mit Menschen aus Sankt Petersburg marschiert, mit der Gruppe Quarteera. Die gerne vollzähliger gewesen wären - aber fünf Kolleg_innen von Quarteera mussten sich vor Gericht verantworten, weil sie beim CSD in Sankt Petersburg demonstriert hatten, und konnten nicht beim CSD in Hamburg dabei sein. So sieht die Wahrheit nämlich aus. Gut, genug Politik jetzt.
Es ist zu sagen, dass unsere Freund_innen aus Sankt Petersburg supernett, weltoffen, herzlich und liebenswert sind, dass es Spaß gemacht hat, mit ihnen zu marschieren, zu reden, tanzen, zu singen und Flagge zu zeigen: We love Russia (so wie wir die Menschen jeden Landes lieben - denn ein Land besteht nicht nur aus der Regierung, sondern aus lebenden Menschen, die unsere Mitmenschen sind!). Meine Flagge hatte ich nicht lange, Silvio hatte sie mir gegeben - sie war sehr nützlich anfangs, als es noch schüttete - Hamburger sagen: es schüttet immer beim CSD, zumindest zu Beginn der Parade, Wanja brauchte meine Flagge, um sie mit der Regenbogenfahne zu verbinden. Dafür gab ich sie sehr gerne her. :-)
Es ist nicht so, dass ich auf allen CSDs bin, ich war noch nie in Berlin, nicht einmal in Köln, es war mein erste Hamburger CSD - eigentlich kenne ich nur den Frankfurter CSD, war sonst beim ersten Darmstädter CSD, einst in Mannheim, in Stuttgart war ich auch schon einmal. In Hamburg war ich bisher schon, mehrmals sogar (siehe Postings im Blog), und es war immer wunderschön. Auch über diesen CSD kann man nur sagen, dass er sehr schön ist, an der Alster endet - wunderbar, wie im Urlaub. Der Main ist toll in Frankfurt, aber so eine Alster neben der Einkaufszone, mitten im Zentrum? Wow! Da staune ich jedes Mal neu, wenn ich in Hamburg bin. Und das erste Mal in meinem Leben bin ich auch in der Alster geschwommen. Na ja, sauber schien sie nicht zu sein, aber unheimlich erfrischend - denn nach dem Schauer zu Beginn der Parade, brannte die Sonne auf uns. Kaum war ich drin (übrigens mit acht tapferen Damen im Wasser), wurde ich auch herausgerufen - ist wohl verboten da zu schwimmen. ;-)
Ich fühle mich wohn in Frankfurt, ich liebe Berlin, München gefällt mir, in Köln kann man gut leben, aber Hamburg ist wahrscheinlich schon die schönste deutsche Großstadt. Immer eine Reise wert, immer viel los, man trifft spannende Menschen - auch ich übrigens. Ich habe überraschend eine Freundin getroffen, mit der ich einst studierte ... Sie wird mir in der nächsten Zeit auch Beweisfotos schicken, wie ich in der Alster schwamm. :-) Poste ich dann auf Facebook. :-)














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