Dienstag, 11. Dezember 2012

Wichtige Weihnachtsgedanken von Anja Ollmert


Stellen
Sie sich vor,
W e i h n a c h t e n
würde  heute  passieren
Schon der Advent stellt uns
in der Gegenwart vor fast unlösbare Aufgaben.
Wir sollen uns Zeit nehmen, auf etwas zu warten,
das  wir  in  seiner  Tragweite  kaum  erfassen  können:  Ein  Kind,
das  die  Welt  retten soll, will  in  unsere  unrettbare Welt geboren  werden. Die  Israeliten 
vergangener  Zeiten warteten unaufhörlich auf den Erlöser,  tun  es  bis  heute. Jede junge Frau, die damals
ein  Kind  erwartete,  hatte  die  Hoffnung, die Mutter  des  erwarteten Erlösers zu sein.  Dabei  wussten  die  Frauen  nicht,
was  sie da  wirklich  erwartete,  was  von  ihnen  erwartet  wurde. Allein dieses Wortspiel der Erwartung könnte 
sich  unendlich fortführen lassen...  bis hin  zu unseren heutigen Erwartungen  –  wir  wollen  immer  alles,
das  ganze  Glück,  die  ganze  Freude, das  vollkommene Miteinander, den absoluten Reichtum –
kaum  jemand  gibt  sich  mit  dem,  was  er  hat,  einfach  zufrieden. Und  wir  wollen  all  das 
möglichst sofort. Von Warten kann  keine Rede  sein und  Erwartung  ist  uns längst  fremd.
Das  neue  Fahrrad, die  Playstation, das  aktuellste  Handy,  Buch  oder  Spielzeug;
schon  unsere  Kinder  besänftigen  wir  immer  häufiger  mit  der Fülle, erfüllen  ihnen  alle 
Wünsche, dass oft genug kein einziger Herzenswunsch mehr übrig bleibt. Wenn jemand gefragt wird, 
was er sich wünscht, und er antwortet etwas so Nebulöses  wie " Den Weltfrieden", wird er von vielen belächelt –
und doch ist derzeit so wenig Frieden auf der Welt, wie selten zuvor. Auf den Frieden werden wir noch lange warten müssen, 
so viel steht fest. Das liegt auch daran,  dass der Frieden vor allem eines nötig hat: die eigene Zufriedenheit. Das Glück, andere sein
lassen zu können,  wie sie sind. Die Gelassenheit, manche Dinge hinnehmen zu  können,  auch  wenn  sie  mir  nicht  gefallen.
Doch  ein  Funke  Hoffnung  bleibt,  ein  aufgehender  Stern,  dessen  Aufleuchten  wir  nicht  übersehen dürfen.
Und statt immer nur Veränderung zu erwarten, stellen wir doch einmal unerwartete Erwartungen
an uns selbst. Leuchten wir denen auf dem Weg, die immer noch im Dunkeln tappen und
herumirren. Lasst uns schwanger gehen mit einem Frieden, und ihn austragen. Ihn
gebären in unsere alltägliche Welt. Schenken wir ein Lächeln, dem der uns
das Leben schwer macht. Erwarten wir das Unerwartete,
leisten wir uns das Hoffnungsfrohe,
das  uns und allen Frieden
bringt. 



Ist übrigens möglich die Seite zu vergrößern, zum Besser lesen. :-)
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