Freitag, 21. Dezember 2012

Elf Fragen von schmerzwach an die Autorin Julia Mayer

In Mecklenburg-Vorpommern arbeitend und lebend, schreibt Julia Mayer, 1993 in Malchin geboren, seit ihrem vierzehnten Lebensjahr aktiv Romane. Dabei tobt sie sich gern in den unterschiedlichsten Genres aus. Die Keime ist ihr erstes Werk der Old Souls Buchreihe, das ein dystopisches Setting aufweist und sich eng mit der Philosophie verwebt. Mehr über die Autorin und ihre Werke gibt es hier: http://www.oldsouls.de 

1. Wer bist du?
Oh, fangen wir gleich mit den wichtigsten Fragen an. Wer bin ich? Das ist gar keine einfache Frage, da muss ich doch glatt mal überlegen. Auf den ersten Blick bin ich wohl noch ziemlich jung, das einzige – und jüngste – Mädchen von vier Geschwistern. Ich glaube, Schwester- und Tochter-Sein nimmt einen großen Teil meines Lebens ein, da mir Familie sehr wichtig ist. Ach ja, ich schreibe außerdem – oft versuche ich es nur, manchmal bin ich inspiriert und die Seltenheit ist dann, dass mich ein eigener Text auch mal überzeugt.
2. Was machst du?
Ich schreibe und sonst bin ich eher eine Bummlerin. Derzeit arbeite ich im Krankenhaus, sozusagen als Mädchen für alles, im Laufe eines Praktischen Jahres. Was danach wird? Wer weiß?
3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Schon seit Langem möchte ich nach Dresden ziehen, ob das klappt, mal sehen. Derzeit wohne ich, wie gesagt, im Norden, relativ nah an der Ostsee. Gerade schneit es, sieht sehr fein aus. (Man merkt, ich bin kein Autofahrer, mir macht Schnee noch Spaß.) Aber wohin möchte ich ist ja auch nicht unbedingt eine geographische Frage. Wohin möchte ich mit meinem Leben, mit dem Schreiben, mit meinem Denken? Ich wäre gern glücklich – nicht mal ab und zu, sondern konstant und durchgängig. Ob das möglich ist, weiß ich selbst noch nicht, aber ich hoffe, es irgendwann herauszufinden.
4. Warum bist du Künstler_in geworden?
Das ist auch so eine Frage, die wohl kaum jemand richtig beantworten kann. Ist es möglich, Künstler zu werden? Ist jemand, der sich viel mit Kunst beschäftigt, eher dazu fähig, selbst irgendwann künstlerisch tätig zu sein? Ich glaube, das fängt ganz früh und im Stillen mit sich selbst an. Nicht jeder, der Künstler ist, führt dies auch aus. Ich denke, sogar im Denken kann Kunst entstehen. Es bedarf ja auch keiner Zuschauer – ist aber in der Literatur mit Lesern umso schöner.
5. Welche Ziele hast du?
Ich würde gern nur noch schreiben, aber ich denke, das möchte jeder, der für sein Schaffen brennt, gern. Mir ist der Respekt anderer Menschen enorm wichtig, ich denke, das ist auch ein wichtiges Ziel für mich. Sonst bin ich eher der ziellose Chaot.
6. Wer oder was inspiriert dich?
Das ist immer unterschiedlich – generell inspiriert mich jedoch die Kunst an sich, tolle Gemälde, anrührende Musik … Meine liebste Inspiration sind jedoch Alltäglichkeiten, die doch wieder besonders wirken. Wie ein einzigartiges Gesicht, ein intimer Blick, ein schwieriger Satz, ein ungewöhnliches Wort.
7. Wann bist du glücklich?
Wenn ich bemerke, dass meine Kunst jemandem wichtig ist. Oder wenn mir jemand etwas erzählt, das er nicht jedem anvertraut – nicht unbedingt ein Geheimnis, sondern eine simple, entwaffnende Ehrlichkeit. Das macht mich wahnsinnig glücklich.
8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?
»Perfekt« und »Leben« widersprechen sich doch, oder? Ich glaube, Leben werden erst gut, wenn man akzeptiert, dass es nicht perfekt geht und dass man trotzdem auch die fiesen Sachen irgendwie lieben kann. Sagen wir mal so: ich schreibe, das gibt jedem wunden Punkt einen Sinn.
9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König_in von Deutschland wärst?
Wahrscheinlich den halben Tag schlafen und den Rest des Tages schlemmen. Machtposition hin oder her, ich würde alle zum Fest laden, wenn es nur für einen Tag wäre. Keinen Krieg anzetteln, keine schweren Entscheidungen treffen (kann man in der Politik überhaupt RICHTIGE Entscheidungen treffen?) und nur essen und – auch auf die Gefahr hin, dass es sehr nach Hippietum klingt – lieben.
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Ich wollte immer irgendwas mit Musik machen, hab den ganzen Tag nur gesungen. Ich mag Musik immer noch sehr gern, aber künstlerisch hat es mich mittlerweile dann doch in eine andere Richtung gezogen.
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht?
Auf meine Zigaretten kann ich gut verzichten – auf meinen Laptop leider gar nicht. Ist mir schon oft genug passiert, dass mein Laptop kaputt ging und einige Dokumente, die ich nicht doppelt gesichert habe, fort waren – das ist für einen Schreiber vermutlich das Schlimmste überhaupt!
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