Mittwoch, 2. März 2011

Kitchen Stories TEN

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Was gehört zum Schreiben wie der Schwamm zum Kopf? Die Kritik! Zuhause schreibt man seine Texte, feilt an ihnen, man legt sein Herzblut hinein, man gibt sein Bestes, man saugt sich selbst aus - und dann möchte man etwas dafür zurück haben. Ein Lob, schöne Worte, ein bisschen Aufmerksamkeit, die Aussage, dass man ein Talent sei bzw. Talent habe...
„Kritik ist schwer zu ertragen. Besonders wenn sie von einem Freund kommt. Oder von einem Verwandten, einem Bekannten oder einem Fremden...“ sagt Franklin P. Jones (1887-1929), ein amerikanischer Jurist, ironisch. Meiner Meinung nach ist es besonders schwierig vom Partner kritisiert zu werden, das macht einen fertig. Was das Schreiben angeht: je respektabler der Kritiker ist, ein Autor und Dozent wie Kurt Drawert zum Beispiel, eine bewundernswerte Hanne Kulessa oder Autoren aus der Textwerkstatt, die besonders talentiert sind, desto härter trifft einen die Kritik. Dabei könnte man ja so denken, wie das ein amerikanisches Sprichwort besagt: „Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.“ Denn meine Texte werden ja besser nach einer Kritik, nach den konstruktiven Tipps, die ich da bekomme, und meistens SIND sie konstruktiv, ich meine, das sind ja alles Menschen, die einem helfen wollen, sich zu verbessern, den Text zu optimieren. „Wer mir schmeichelt ist mein Feind, wer mich tadelt ist mein Lehrer.“ „Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.“ (François de La Rochefoucauld, 1613-80, frz. Schriftsteller)
Doch was ist, wenn die Kritik nicht berechtigt ist, wenn sie zu hart ist, wenn sie persönlich wird, wenn sie von subjektiven Präferenzen beeinflusst ist? Was ist, wenn man diese Kritik nicht annehmen kann, weil man es von anderen Menschen, die man für Experten hält, anderes gehört hat? Warum trifft einen Kritik manchmal so hart? Warum nimmt man es oft so persönlich? Ich kenne Menschen, die nach einer harschen Kritik monatelang nicht mehr geschrieben haben, eine Silke Scheuermann zum Beispiel nach den Bachmann-Tagen in Klagenfurt (irgendwann in den Nullern), nur so als Beispiel... Sind Künstler besonders sensibel? Kann man das verallgemeinern? Das Schreiben ist etwas sehr Persönliches, etwas, das von einem tief innen kommt - wenn das angegangen wird von anderen Menschen tut das weh. Oder?

Kommentare:

  1. Aber gestern gab es ja hauptsächlich Lob für Dich und das völlig verdient :-)))

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  2. oh, vielen dank! :-)
    aber ich hatte angst vorher ;-)

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  3. bleib so wie du bist.schreibe deine gedanken und gefühle und lass dich nicht von anderen oder sogar fremden usern verändern=)

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