Samstag, 7. Januar 2012

Tanzen an der Stange...

Pik Dame in der Elbestraße in Frankfurt
Ich tanzte heute an der Stange - im Pik Dame in der Frankfurter Bahnhofsgegend. Wie es dazu kam? Also, zunächst begann es ja ganz harmlos. Der 7.1. ist ja mein Namenstag, und Namenstage feiert man ja in Griechenland eher als Geburtstage... Also, wollte ich heute schöne Sachen machen. Also, habe ich mich mit Jonas getroffen (nein, nicht der aus den Plattenbaugefühlen) und wir haben erstmal fette Burger in der lachenden Kuh gegessen. Yummie yummie. Haben über Kunst geredet, über das Schreiben, über das Drehen von Filmen etc. Jonas schlug vor, den Mittag künstlerisch zu gestalten - und zwar bei einem Testlauf der Performance Red Light Red Heat - Eine Überbelichtungsmenagerie teilzunehmen. Das ist ein Projekt von Pedro Martins Beja (Regie) und Paul Wiersbinski (Text + Video) im schauspielfrankfurt. Die Uraufführung ist am 10.1. und schon ausverkauft. Es beginnt im Kassenfoyer des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz, immer zu zweit (und diese zwei Personen sollten nicht miteinander bekannt sein, weswegen Jonas und ich getrennt wurden) kriegt man einen MP3-Player, der zwei Kopfhörern, die man sich aufsetzen muss, gekoppelt ist. Mit einer Karte mit Markierungen, einem Text, der das Ganze erklärt, und den Anweisungen und Texten ausgestattet, soll man erst mal durchs Occupy-Zeltlager und dann das Rotlichtviertel Frankfurts stapfen bis man in der Kaiserhofpassage in einem Laden landet, in der man interaktiv zu einer Performance-Veranstaltung eingeladen wird. Die dann nach einer Weile mit einem Spaziergang zur Pik Dame und dem Verweilen dort endet. Was da genau passiert, möchte ich natürlich nicht verraten. Nur dass... ich an der Stange tanzen durfte, ein bisschen strippend ;-) und schamlos natürlich. Wieso mich der AGASSI dafür aussuchte? Das bleibt auf ewig ein Rätsel... Und später bekam ich noch eine ganz besondere Aufgabe, wofür ich ganz viel liquides Geld erhielt... Ich habe mit meiner Tatkraft einen Cyborg zum Leben erweckt... Ui! :-))) Worum sich die ganze Performance dreht? Ja, worum eigentlich? "Jedes Liquid-System produziert entweder Widersprüche oder es enthält Aussagen, die sich nicht beweisen lassen." So heißt es auf einem der Flyer der ACAB, der vom Team erfundenen Institution. Es ist eine Utopie, die vorgestellt wird, wie sieht die Zukunft aus? Und wie kann man die der Vergangenheit diese Zukunft erklären? Menschen werden langsam von Automaten verdrängt, das Geld gewinnt eine andere Bedeutung. Doch welche? Das wussten die einzelnen Rollen auch nicht so genau zu sagen bzw. sie verstrickten sich da in Widersprüchen... Es war einerseits eine spannende Sache, dieser Testlauf, und die Schauspieler_innen, allen voran Agassi F. Bangura, Henriette Blumenau und Pedro Martins Beja himself waren sehr präsent und authentisch, aber manchmal war es doch auch ein bisschen zu langweilig, zu wenig gewagt, zu wenig interaktiv. Vielleicht ändert sich das in den richtigen Aufführungen. Wer bei so etwas mitmacht, der muss auch mal aushalten - man denke nur an die Mitmach-Aufführungen von der Rocky Horror Picture Show...
Aber nun zu meinem Namenstag, den ich mit dem Tabledance und dem Bier danach gefeiert habe:
Von Nikolaos Kallis geschenkt bekommen, Johannes
der Täufer - mehr: http://www.nikoskallis.gr
Johannes der Täufer: Gedenktag der Übertragung der Hand nach Konstantinopel, Gedenktag orthodox: 7. Januar, Überführung nach Gatchina: 12. Oktober
Die Überlieferung berichtet, dass am Tag nach dem Epiphanias-Fest die Hand nach Konstantinopel gebracht wurde. Lukas ging demnach nach Sebaste - das heutige Sivas, wo das Grab von Johannes war. Er erhielt dessen rechte Hand und brachte sie in seine Heimat, nach Antiochia - das heuigte Antakya, wo sie viele Wunder wirkte. So war es in Antiochia Brauch, einem Drachen alljährlich ein Menschenopfer dazubringen; als die Wahl auf die Tochter eines Christen fiel, griff der Vater zu einer List: angeblich wollte er die Hand von Johannes verehren, tatsächlich biss er heimlich deren Daumen ab; als der Tag des Menschenopfers kam, ging der Mann mit seiner Tochter dem Drachen entgegen, öffnete vor diesem seinen Mund - und als der Drache Johannes' Daumen sah, fiel er tot um. Das Volk baute aus Dankbarkeit eine große Kirche.
Am Fest der Kreuzerhöhung wurde die Hand des Johannes als Ernteweissagung benutzt: spreizte sie die Finger, war eine reiche Ernte zu erwarten.
Am 12. Oktober 1799 wurde die Hand von Malta nach Gatchina gebracht, um sie vor den französischen Besatzern zu retten, dann nach St. Petersburg überführt. Heute wird die rechte Hand auch in Vladikavkaz in Russland und im Kloster Dionisiou auf dem Athos verehrt.

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