Mittwoch, 18. Januar 2012

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren - Teil 4 -

I belong to the beat generation.
I don't let anything trouble my mind.
I belong to the beat generation.
And everything's goin' just fine. So heißt es in dem Lied "Beat generation" von Bob MacFadden. Die Beat Generation. Die Beatniks. Die Cut Up Methode. William S. Burroughs... Es gibt wieder etwas Neues über sie zu erfahren, Informationen, Inspirationen. Gerade läuft im Mal Seh´n Kino, wo auch sonst in Frankfurt, "William S. Burroughs A Man Within". Und ich kann es vorweg sagen: Ein sehenswerter Film. Setz dich mit einem Glas Rotwein in den kleinen Filmsaal, lehne dich zurück und lass dich von den vielen Zeitzeugen gefangen nehmen. Auf dem Kinoplakat kann man ja erkennen, wer da alles dabei ist, Patti Smith, Gus van Sant, John Waters und und und... William S. Burroughs ist die Kultfigur der Beat Generation, Pionier der Gegenkultur und Drogenpapst. Welche Droge hat er nicht ausprobiert? Welche Drogenerfahrung hat er ausgespart, im realen Leben und in seinen Büchern. Doch William S. Burroughs steht für mehr als "nur" dieses Erheben des Drogenrausches zum künstlerischen Medium, er riss nicht nur die Grenzen des Mainstream ein... Sondern er war ein ungewollter Wortführer der schwulen Befreiungsbewegung, sein genialer Roman "Naked Lunch" wurde zur Bibel nicht nur von der "Queer"-Bewegung und den Hippies, sondern auch von Punks, Revolutionären, von vielen Künstlern und Musikern in der ganzen Welt. Es gibt kaum einen Bereich, den er nicht durchdrungen hat. Viele Begriffe werden auf ihn zurückgeführt, ob "Heavy Metal", "queer" oder "Soft Machine", bedeutende Bands generierten ihren Namen aus Burroughs´Büchern, wie z.B. Steely Dan. Yony Leyser dröselt dies alles in seinem Dokumentarfilm auf, lässt Freunde und Verehrer von William S. Burroughs zu Wort kommen. Yony Leyser vergisst dabei nicht die kritischen Untertöne, trotzdem erscheint William S. Burroughs als großer Held - mit all seinen Macken, Verwerfungen, Verzweiflungen. Er hat sich selbst nie als "schwul" bezeichnet, er kämpfte immer mit seiner Veranlagung, er kämpfte aber noch mehr damit, seine Frau erschossen zu haben - es war ein "Unfall", sie hatten "russisches Roulette" gespielt... Sein Schreiben beschäftigte sich immer wieder mit seiner Schuld, mit diesem Trauma. Der Film generiert wunderbare Zitate, zum Beispiel, wenn John Waters sagt: "Er war berühmt für Dinge, die man sonst eher versteckt. Er war schwul, er war ein Junkie, er sah nicht gut aus, er erschoss seine Frau. Er schrieb über Arschlöcher und Heroin. Es war nicht leicht, ihn zu mögen." Es gab viele Lacher an dieser Stelle. Ja, es ist ein Film zum Schmunzeln, sogar zum Lachen. Es ist ein Film über ein Monster, aber auch ein Film der Ehrerbietung und sehr intim ist er noch dazu. Patti Smith sagt: "Er hat mich zum Singen ermutigt, noch bevor ich überhaupt anfing, öffentlich aufzutreten." Ich saß in meinem Kinosessel, das Rotweinglas in der Hand, zurückgelehnt und inspiriert... Welcher Art die Inspiration ist? Das werdet ihr noch sehen... ;-) Ihr habt die Chance, den Film zu sehen... In Frankfurt hier: http://www.malsehnkino.de/
Zum Lied: http://www.youtube.com/watch?v=oeH5_CgeR30 

Kommentare:

  1. das zeitalter des wassermanns ist angebrochen. wieder jim morissons gedichte gehört. Er hat recht. und nun sind die menschen wieder soweit. beatnik is now, gedichte haben wieder einen stellenwert in der gesellschaft. manchmal denke ich, ich wurde im falschen jahrzehnt geboren. an mich wäre ein guter beatnik verloren gegangen.

    Burroughs war übrigens ein kranker Waffennarr, in dem Punkt also typisch amerikanisch.

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  2. hahaha. den punkt mit den waffen habe ich hier ausgelassen. ist aber einer der schwerpunkte des films. und da gibts krasse geschichten. war schon fast wieder komisch :-)))

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