Dienstag, 1. Juni 2010

Seltsame Bekanntschaften

Wer häufig meinen Blog liest, hat ja schon die eine oder andere Geschichte gelesen, wie ich Leute kennenlerne, oder wie ich in absurde Situationen mit seltsamen Gestalten gerate. Ich ziehe solche Dinge magisch an...
Vor Jahren chattete ich mit einem jungen Mann, keine Ahnung mehr, wie der heißt, wo er herkommt, tut auch nichts zur Sache. Er flirtete mit mir und ich legte es wahrlich nicht darauf an, ihn kennenzulernen, ich fand einfach seine Geschichten so obszön und gleichzeitig faszinierend. Eines Abends chatten wir also, es geht hin und her, dann sagt er: "Warte mal ein paar Minuten, ich habe da jemanden auf dem Balkon liegen, ich habe ihn gefesselt und ein bisschen getreten. Jetzt muss ich ihn kurz noch einmal beschimpfen und kurz schlagen, dann komme ich wieder zurück zu dir."
Ich lernte ihn tatsächlich nie in der Realität kennen. Anders als F., der damals der beste Freund von N. war. Schon bei unserem Kennenlernen flirtete er wohl mit mir, ich merkte es jedoch nicht. Einen Tag später überlegte ich gerade ins Kino zu gehen, es war Harry Potter, irgendein Teil, da rief ich mich N. an, um mir zu sagen, dass F. gerne die Nummer von mir hätte. Mh, okay, sagte ich, aber versuche ihm mal schonend beizubringen, dass ich nicht an mehr interessiert bin. Jaja, erwiderte er. Ja, okay, ich hätte ihn nicht treffen sollen. Aber es ging ja glimpflich aus. Vorerst. Also, wir trafen uns zur Spätvorstellung von Harry Potter. Er ging wohl im Geiste eine Liste durch, die er abhakte. Ach, mag keine NicNacs, Minuspunkt, er mag Michelle Pfeiffer nicht, okay, wieder Minus, ach, er liest gerne Romane, ohje, er ist intellektuelle, oh Gott, er trägt gerne bunte Klamotten etc. Ich fand es amüsant. Wir trafen uns nie wieder alleine. Aber nach dem Kino überraschte uns N., der noch etwas mit uns trinken gehen wollte. Aber wohin? Nachts um halb zwei in Frankfurt. In den Stall, schlug N. vor. Ich schaute ihn erschüttert an. Da laufen Pornos, die man sich reinziehen kann, während man an seinem Bier nuckelt. Außerdem gibt es einen fiesen Darkroom, den ich am ersten Abend nicht näher beschauen wollte.
Doch das kam irgendwann einmal später. Mittlerweile hatten N., F. und ich mehrere Abende und sogar Wochenenden in Großstädten verbracht, waren Freunde. Als wir jedoch einmal neugierig in den Darkroom gingen, ganz vorsichtig, immer ganz nah beieinander, F. und ich, immer noch am Rand des Geschehens, fast am Türrahmen, kam er näher, schubberte sich an mich. Zuerst dachte ich, er mache das, um sich zu schützen, weil ihn nackte Haut anderer Männer und vor allem steife Penisse entgegen kamen. Was ja durchaus nachvollziehbar schien, mich ekelte es auch schon. Ich wollte raus. Aber in diesem Moment spürte ich seinen Mund zunächst an meinem Hals, er hauchte etwas, dann kam er meinem Mund näher, an diesem vorbei, Richtung Ohr, er flüsterte mir zu: Ich stehe auf dich! Ich stieß ihn empört ab, ging aus dem Darkroom raus. Als er wieder zu N. und mir kam, flüsterte ich ihm ins Ohr: Wir sind Freunde, das geht nicht!
Später kam eine SMS von ihm, dass ich ja Recht habe usw.
Ich bin nicht mehr mit ihm befreundet.

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