Sonntag, 7. Februar 2010

Welttag der Poesie

Welttage... Es gibt so einige davon. Ob sie sinnvoll und notwendig sind, darüber kann man sich gerne streiten. Wieso braucht man einen Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember? Sollte man nicht jeden Tag was gegen die epidemische Ausbreitung dieser Krankheit zum Beispiel in Afrika machen? Ist der European Buy Nothing Day am 27. November notwendig? Und könnte er nicht etwas noch zeitnaher an Weihnachten liegen? Ein Welt-Toiletten-Tag am 19.November hört sich erst einmal lustig an. Nach Al Bundy oder Leuten, die gerne über Toiletten-Philosophie sprechen oder stundenlang auf dem stillen Örtchen lesen. Doch er hat einen ernsteren Hintergrund: Er wurde 2001 von der World-Toilet-Organization (WTO) in Singapur ausgerufen und soll zu einer Verbesserung der hygienischen Situation in den Entwicklungsländern aufgerufen werden.
Der Welttag der Poesie findet immer am 21. März statt und wurde das erste Mal im Jahre 2000 von der UNESCO ausgerufen. Dieser Welttag soll an den Stellenwert der Poesie, an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern. Und das auch angesichts der neuen Informationstechnologien. Sie soll weiterhin einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben einnehmen. Verlage sollen ermutigt werden, poetische Werke von jungen Dichtern zu unterstützen. Außerdem soll auch der kulturelle Austausch zwischen den Völkern intensiviert werden. In Deutschland richtet die literaturWERKstatt Berlin die zentrale Veranstaltung zum Welttag der Poesie in Deutschland aus. Sie hat auch die Internetplattform lyrikline.org gegründet.
Ja, wir haben noch nicht den 21. März., trotzdem gedenke ich den Gedichten. Hahaha. Ausgerechnet ich habe mich in diesem Blog zu einem eifrigen Gedichteliebhaber entwickelt. Der Mensch, der sich jahrelang Gedichten verweigert hat. Sie zu interpretieren, sie zu lesen, Gedichtbände zu kaufen oder gar Gedichte zu schreiben. Letzteres ist sowieso keine Kompetenz von mir, obwohl ich euch hier schon Gedichte zugemutet habe. Sie sind absolut grottig. Die Gedichte von Fernando Pessoa und seinen Alter Egos dagegen sind sehr viel spannender. Und zur Feier des Tages, nicht dem 21. März, sondern dem Sonntag, den 7. Februar zitiere ich euch noch ein paar Verse.

Die Materie ins reine schreiben
Die Dinge wieder richtig stellen, die von den Menschen verrückt wurden,
Weil sie nicht wahrnahmen, wozu sie da waren,
Wie eine gute Hausfrau der Wirklichkeit
Die Vorhänge an den Fenstern der Empfindung richten
Und die Fußmatten vor den Türen der Wahrnehmung,
Die Zimmer der Betrachtung auskehren
Und schlichte Gedanken vom Staub befreien...
Das ist mein Leben, Vers um Vers.

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