Sonntag, 21. Februar 2010

Kränk - Take Three

Die Hölle in meinen Augen? Schlimmer als diese dammischen Fundamentalisten aus allen monotheistischen Religionen sich das Jenseits für die Sünder/innen ausdenken? Ärzten und Krankenschwestern in Krankenhäusern ausgeliefert zu sein. Wie vorwurfsvoll man angeschnauzt wird für Dinge, für die man nichts kann: Schweinchen Dick wurde zum Beispiel ausgeschimpft, weil die Infusion noch nicht bei ihm durchlief. Als könnte er etwas dafür, dass die Ärzte etwas anderes zu tun hatten. "Und wieso wollen sie wieder eine Tamponade?" - "Vielleicht blute ich mal wieder aus der Nase?" - "Den Teufel tun sie! Das ist Nasenschleim!" - "Ach, und der ist rot?" Ja, gut, ich sage ja nichts mehr. Nichts auch gegen meinen Arzt, der offensichtlich ein Frühaufsteher ist. Schon VOR DEM Frühstück tauchte er plötzlich auf, und kurz und schmerzlos zog er mir die Tamponaden und Fäden aus der Nase. Nee, tut ja auch nicht weh. Und danach fließt ja nicht NOCH MEHR Blut UND Nasenschleim aus der selbigen. Nein, nein, überhaupt nicht.
Drei Tage später kann ich wieder schlafen. Der schönste Mann der Welt auch, allerdings muss er sich einige Geräusche anhören, ein Pfeifen und Quietschen. Denn zwar sind mittlerweile die Silikon-Schienen (und was für Oschis DAS waren!) aus meiner Nase heraus und ich kann atmen, aber so richtig habe ich mich nicht dran gewöhnt. Ich atme nachts aus dem Mund und aus der Nase. Beides problematisch. Aus der Nase läuft ständig was. Erstrecht, nachdem ich mir regelmäßig drei verschiedene Nasenpflege-Produkte in die Nase sprühen muss, aber nicht schneuzen. Nie wieder schneuzen, nein, aber zumindest noch 4-5 Tage. Ich werde wahnsinnig. Meine Rachenschmerzen nicht zu vergessen. Nach wie vor kann ich nix schlucken, was mich wahnsinnig macht. Es schmeckt nichts. Und wenn es was Schmackhaftes gäbe, dann darf ich es nicht zu mir nehmen, weil Fruchtsäure, Milchsäure, zu heiß oder zu scharf oder alles.
Müde bin ich und mein Kopf schmerzt gelegentlich. Aber die Diva übertreibt! Denn realistisch betrachtet: ich sitze am Laptop und schreibe. Ich kann Musik hören, Filme schauen, essen (wieso kann ich IMMER essen, selbst wenn ich todkrank bin?) und vor allem kuscheln. Kuscheln mit dem schönsten Mann der Welt, der auch der geduldigste Mann der Welt ist. Gestern waren wir sogar im Museum zusammen. Anderen Leuten geht es wirklich schlecht nach diesen Eingriffen. Und ich beschwere mich wegen dieser kleinen Beschwerden. Oh no! Habe ICH das gerade geschrieben? Die kleine Diva scheint nicht nur krank, sondern auch verliebt zu sein. Was ist da nur los? So viel positives Lebensgefühl trotz OP und Schmerzen? Im Ernst: Ich habe diese Rachen-Schmerzen satt, die laufende Nase, das nicht richtig atmen können, die Kopfschmerzen. Aber ich weiß noch etwas anderes: Das geht bald vorbei. Was aber dann bleibt: Der schönste Mann der Welt, der sich die ganze Zeit liebevoll um mich kümmert. Und der hoffentlich lange in meinem Leben bleibt. Schauen wir mal. Schön wäre es! Sehr schön! Weil er eben nicht nur schön ist. Sondern auch alles andere...

Kommentare:

  1. ... ja so ein Leben jenseits von Kleenex-Tüchern hat was ...

    :-) schönen Sonntag, lg ju

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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