Freitag, 10. Mai 2013

Eurovision Song Contest 2013 - meine Lieblingslieder

Für mich ist dieser ESC 2013 ein ganz besonderer, denn... wenn ich mir meine Top Ten anschaue, dann sind da recht ungewöhnliche Lieder und vor allem Länder ganz weit vorne. Wann hatte ich die Niederländer jemals so weit oben, die Isländer, die Dänen oder gar die Ungarn? Hatte ich das überhaupt jemals?
Nun gut, kommen wir also zu meinem absoluten Lieblingslied, zu Hollands Beitrag Anouk mit "Birds":


Anouk entführt mich in Traum-Wälder, in denen viele Vögel zwitschern, die Welt noch in Ordnung ist, sie verführt mich mit ihrer Stimme, lässt mich schweben. Ein wunderbarer Chanson, der an andere Zeiten erinnert, an die Siebziger vielleicht, an eine Joni Mitchell vielleicht. Ich wünsche Anouk und Holland wirklich den Sieg, mit so einem Beitrag, der es tatsächlich nicht leicht haben wird - außer bei Menschen mit meinem Geschmack. Zugegeben: das sind nicht viele. Aber egal. Es entscheidet immer die Tagesform und wer weiß, wie viele Punkte sie sich ersingen kann. Toi toi toi!


Margaret Bergers "I feed You my Love" für Norwegen wird ganz sicher weit nach vorne kommen. Es ist ein frischer Disco-Hit, der Spaß macht. Sie macht einen total coolen Eindruck und sieht gegen diese Cascada-Sängerin aus Deutschland aus wie eine Diva, die gegen Bauern-Trampel antreten muss - und so verhält es sich auch mit dem Song. Da machen es die Norweger den Deutschen vor, wie das mit einem fetzigen Lied beim ESC geht...


Die süße Dänin Emmelie de Forest mit ihrem schönen Lied "Only Teardrops" gilt für viele als Favoritin. Nicht zu unrecht. Das Lied hat etwas ganz Besonderes an sich. Es macht Spaß, hat einen wirklich guten Refrain. Vor allem ist es so Grand Prix und gleichzeitig trotzdem sehr modern. Total überzeugend - und wenn sie gewinnen würde, dürfte niemand traurig sein.


Eythor Ingi Gunnlaugsson mit "Ég á líf" aus Island ist für mich eine große Überraschung und bestätigt für mich die diesjährige Übermacht der Nordeuropäer. Natürlich wird Island nicht so weit oben landen, wie ich sie sehe. Das ist mir schon klar. Dieser Mann, von dem man ganz andere Töne erwartet, verzaubert mich mit seinem kleinen, traumhaften Lied. Es öffnet mir das Herz, macht mich ganz gerührt und glücklich! Ich wünsche ihm viele Punkte!


Ich weiß! Wirklich! Dieses Lied wird nicht viel reißen, vielleicht sogar im Halbfinale straucheln. Gut. Wäre kein Beinbruch. Bye Alex singen "Kedvesem" auf Ungarisch - und können locker mit vielen Indie-Bands aus Deutschland mithalten. Aber diese Sprache. Und das wenige Zutrauen der anderen Länder. Aus Ungarn kann doch keine zeitgemäße Musik kommen. Doch, doch, es kann, es kann. Und mit diesem Lied beweisen das Bye Alex. Ich bin begeistert.


Man kann zu Griechenland stehen wir man möchte, man kann auch ein Feind ihrer ESC-Auftritte sein, zu viel Kokolores, zu viel Ethno-Dancefloor-Scheiß. Ja, okay, kann man denken. Aber eines muss man sagen: kein Land trifft den Geschmack der Europäer besser als Griechenland in den letzten ESC-Jahren. Koza Mostra feat Agathonas mit "Alcohol is free" mischen hier temporeichen SKA mit traditioneller Bouzouki-Musik. Einfach herrlich! Und wann gab es jemals einen Whisky-Song aus Griechenland? Ist doch toll, dass die Griechen so ein lebensfrohes und lebensbejahendes Lied in ihrer Situation nach Malmö schicken.


Irland entsendet einen jungen, sympathischen Mann: Ryan Dolan, der einen temporeichen Disco-Hit mit Herzfaktor singt. "Only Love" ist vielleicht keine große Kunst, doch ich mag es. Das ist für mich ESC - und die werden da auf der Bühne einen albernen Chor und ganz viele schwuppige Tänzer aufstellen. Und alle werden denken: Wie peinlich! Und werden sich insgeheim darüber freuen und viele Punkte vergeben. Sag ich. :-)


Ach, Mazedonien. Der erst Balkanstaat in meiner Aufzählung, auf Platz 8! Gab es das schon mal? Und dieser Platz ist eindeutig der "Queen of Gypsy Music" Esma Redzepova-Teodosievska zuzuschreiben, die hier mit dem 40 Jahre jüngeren Vlatko Lozanoski "Lozano" auftritt. Ich mag diese Mischung aus Folklore und Disco, wirklich. Natürlich hatte Esma schon schönere Lieder! Und sie wird vielleicht nicht so weit vorne liegen, weil die meisten Europäer sie nicht kennen. Und selbst die Balkan-Länder ein Problem mit ihr haben, weil sie "Tzigane" ist. Aber wer weiß, wer weiß?!


Überraschen können auch die Schweizer, die mit der Heilsarmee und dem Lied "You and Me" aufwarten. Mir gefällt es! Männer in Uniformen sind sowieso nie verkehrt - und sie wirken einfach cool und witzig. Also von den deutschsprachigen Ländern (ähem - die alle englisch singen!!!) sind sie wohl die stärksten! Ich bin sehr gespannt, wie gut sie abschneiden. Top Ten wird es wahrscheinlich nicht werden. Aber trotzdem!


Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov starten nach 2007 erneut für Bulgarien. Damals hatten sie den einzigen nennenswerten Erfolg für ihr Land erzielen können (Platz 5). So weit schaffen sie es diesmal nicht, denke ich. Ich mag "Samo Shampioni", aber ich mag eben diese Art von Musik - und ich mochte immer schon die Bulgarian Voices. Ich drücke ihnen die Daumen - denn solche Lieder sind der Spirit des Contests. 

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