Dienstag, 19. März 2013

Leipziger Buchmesse 2013 - die erste!


Ich war schon vorher sauer. Sonst war immer so schönes Wetter bei der LBM und diesmal? Tiefster Winter. Dann auch noch um 5 Uhr aufstehen, um einen frühen Zug zu bekommen. Eine Scheiß Zugverbindung. Ich liebe es in der Bahn zu lesen. Nur: ich war zu müde dazu. Und wieso? Um in den sozialen Brennpunkt zu fahren, permanent Gegenwehr zu bekommen ("Iiiieeeh es geht um Schwule? Ekelhaft?" Ich: Warum? "Ja, das ist doch ranzig, wenn zwei Männer sich in den Arsch ficken!"), homophobe Jugendliche, leicht rassistisch. Eine ewig lange Stunde, die kaum verging. Und dann gab es da diesen Jungen, der zuerst so schien, als würde er nur die Lesung torpedieren wollen, der es aber amüsant fand, dass er von der Schule aus bei so einer Veranstaltung dabei sein sollte. Er rettete mit seinen Beiträgen diese Lesung, er plädierte für eine Verfilmung von Plattenbaugefühle - und so langsam rissen wir auch die anderen ein bisschen mit. Zumindest die, die nicht vor Scham sterben wollten... Der Veranstalter war sehr glücklich, sagte, dass er es noch nie erlebt habe, dass ein Autor gerade bei so einem wichtigen Thema Jugendlichen so aktiviert habe. Die Sozialarbeiter versprachen eine Nachbereitung. Und ja, ich unterhielt mich noch eine Stunde mit dem Veranstalter und dem einen Sozialarbeiter - und es war sehr spannend. 


Ich war also schon recht spät dran an diesem Messe-Donnerstag. Suchte erst einmal den Stand des Größenwahn Verlags auf - und fragte mich, wieso ich plötzlich Country-Musik höre. Die Antwort war leicht zu finden: Der Traumfänger Verlag hatte seinen Stand ein bisschen weiter... Spannende Nachbarn ;-)


Danach schaute ich mir die Messe-Buchhandlung mal an - sehr spannend, dass Fifty Shades of irgendwas ein paar Reihen über meinen Plattenbaugefühlen stand. Gute Gesellschaft??? Vor allem da mir zwei Tage später ein geschätzter Kollege sagte: "Fantasy und Erotik gehen gut!" - Ich: Fantasy kann ich nicht so gut. "Ja, dann bleib´ bei dem, was du kannst!" ;-) Erotik?


Und dann durfte ich endlich die größte Bookfair Love ever treffen, die, mit der ich schon seit Jahren den größten und meisten Spaß auf Buchmessen, sowohl Frankfurt als auch Leipzig, habe: Carolin Wasauchimmer. :-) Wir haben dann einen schööööööön ausgedehnten ersten Messe-Rundgang gemacht. Wir waren vor allem bei den unabhängigen Verlagen. :-)


Dann fuhr ich mit den Größenwahn Verlag Homies Andreas Deffner, Todor Todorov und Edit Engelmann nach Halle. Wir durften im wunderschönen Turm bei der Halle liest mit-Lesenacht vom "Magazin" lesen. Ein bisschen schade war, dass zwei Veranstaltungen gleichzeitig stattfanden und wir unten, in kleineren Raum, lesen sollten, aber mei, manchmal ist das so. Der Veranstaltungsort war trotzdem super, das Bier schmeckte gut. Und außerdem war die Pasta vorher im Kaffeeschuppen auch sehr lecker. Ein schöner Abend! 
Danach durfte ich endlich wieder mein "Brüderchen" Felix treffen, der mich vom Turm abholte, ich hatte ihn gefühlte Ewigkeiten nicht gesehen...


Ich durfte also in Halle übernachten, was sehr schön war, wir hatten uns viel zu erzählen - und setzten das bei einem ausgiebigen Frühstück fort. So kam ich wieder erst mittags zur Messe nach Leipzig. Und ließ es da sehr gemütlich angehen. Und da bekam ich zugleich die geballte Cosplayer und Co. Ladung ab. ;-) Hier mit Darth Bookfair Vader.


Nach dem ich bei der wunderbaren Franka am Stand vom Ventil Verlag (und Orange Press) chillte, wurde ich auf den Stand der Edition Pächterhaus aufmerksam. Sie hatten eine Matratze in ihrem Stand liegen. Und ich setzte mich hin und stand ganz lange nicht mehr auf. Ich traf da aber auch auf so feine Menschen, auf den Felix-Emeric Tota und die Anna, und auch auf den Dichten Fürsten, für den ich extra aufstand, um ein Foto mit ihm zu schießen. Er drückte mir dafür seinen kleinen Gedichtband in die Hand. :-) Mehr von ihm erfährt man hier: http://derdichtefuerst.de/ 


Und dann begann die Party mit Carolin Wasauchimmer, etwas Alkohol, vielen verrückten Menschen und Bekanntschaften... Hier im Millionaires Club, mit Ausstellung von Comic-Zeichnern (von der HBG organisiert), mit Heavy Metal Musik, einem wunderschönen Mann, polnischen Verehrerinnen, etwas Alkohol, viel Aufgeschlossenheit und Flair...
Dann ging es in den Platzhirschen. Auch eine spannende Sache. Und zuletzt, dann für die ganze Nacht zur Party der jungen Verlage. Und es war eine super Party mit super Leuten. Mit neuen Freunden fürs Leben. Mit spannenden Menschen und Gesprächen. Und mit Leipzigern, die südeuropäischer waren als jeder Südeuropäer (das zum Thema Klischees): Manchmal reicht es, Menschen in einer vollen Tram anzulächeln, um später auf einer Party von ihnen als neue beste Freunde begrüßt zu werden... :-)

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