Donnerstag, 23. August 2012

Lavendelblues von Petra van Cronenburg


Den Blog von Petra van Cronenburg lese ich ja regelmäßig, wirklich, ungelogen. Macht Spaß und ich bin immer neidisch, weil sie so viel Ahnung hat - hätte ich auch gerne. Aber das sind ein paar Jahre Erfahrung mehr - und ganz schön viel Klugheit. Einen literarischen Text hatte ich noch nie von ihr gelesen - und dann war da eine Gratis-Ebook-Aktion, von der sie immer im Blog erzählt hatte, und ich dachte: So, jetzt aber! Ich besorgte mir Lavendelblues und dachte zunächst: Na, das wirste wahrscheinlich niemals lesen! Ein "Frauenbuch"! 


Alle reden von Krise, aber die Freundinnen Dahlia und Estelle wagen trotzdem zu träumen. Dabei sind die Widerstände groß: Dahlia will ihren geliebten, aber unrentablen Romantikladen retten. Und Jazzsängerin Estelle möchte endlich wieder mit Seele singen statt auf zweifelhaften Firmen-Events. Die beiden brauchen eine Auszeit. Als sie ihre Freundin Bruni in Südfrankreich überraschen, sind sie allerdings enttäuscht. Das Paradies, von dem ihnen die Aussteigerin stets vorgeschwärmt hat, ist Klischee, die Wirklichkeit ernüchternd.
Einen Abend lang wollen sich die Freundinnen in einem französischen Restaurant in Verzweiflung üben. Aber sie werden angesteckt von der sprühenden Lebensfreude und dem Savoir Vivre der Menschen dort und erleben ihr blaues Wunder: den Aufstand eines verlorenen Dorfes, das um sein Überleben kämpft. Es ist eine ansteckende Rebellion der sanften Art, die die Frauen in ihr kleines Europa im Grenzland zwischen Frankreich und Deutschland exportieren. 

Gähn! Und dann auch noch auf meinem kleinen iPhone-Display lesen. Auf der Fahrt nach Berlin... Doch was passierte da? Ich fing an zu lesen... und... und... hatte Spaß daran und hörte nicht mehr damit auf. Viel interessanter als mein Hera Lind-Selbstversuch vor vielen Jahren. Viel interessanter, als es sich für mich angehört hatte. Ich mochte das Buch, den Ton, ja, der Stil von PvC gefällt mir auch in literarischen Texten, ja, die Geschichte von Dahlia nahm mich mit, passte in meine eigene Umbruchphase zurzeit. Ich möchte nicht sagen, dass dieses Werk jedermanns Geschmack ist, nein, sicher nicht, aber es ist gut geschrieben, es ist eine angenehme Bahnlektüre - oder auch für den Strand -, es ist herzlich und warm - und es macht Mut! Und ist nicht Mut das, was wir gerade am meisten brauchen?

http://www.amazon.de/Lavendelblues-ebook/dp/B007H9DUFE

1 Kommentar:

  1. Die Besprechung hat mir gestern den Feierabend versüßt, als mir jemand den Link gab - herzlichen Dank! Wenn ich mit dem Buch Mut machen konnte, ist das für mich das schönste Kompliment!
    Schöne Grüße aus Frankreich,
    Petra

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