Sonntag, 24. November 2013

Ausstellungseröffnung 22.11.13: um 20 / 40 - 6 Positionen Konkrete Kunst im ausstellungsraum EULENGASSE


Eine kleine, aber feine Ausstellung wurde vom ausstellungsraum EULENGASSE angekündigt: Ich verspätete mich ein bisschen - und da stand ich da, erstmal draußen, weil es drinnen schon voll war. Volle Veranstaltungen sind immer gut, das lässt sich schon mal sagen. Aber warum standen die da so andächtig? fragte ich mich. Mein Nachbar (zufällig vor der Türe getroffen) sagte: du bist hier der Bürgermeister (Foursquare!) und ich sagte gar nix. Fragte mich aber, wer da die Einführung sprach. Brigitta Amalia Gonser. Jetzt weiß ich es. Die erst einmal ganz viel zur Konkreten Kunst im Allgemeinen und dann im Speziellen über die hier versammelten Künstlerinnen erzählte. „Konkrete Kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz. Sie ordnet Systeme und gibt mit künstlerischen Mitteln diesen Ordnung das Leben", zitierte sie Max Bill. In der Konkreten Kunst gibt es Linien, geometrische Figuren, Farben und Flächen. „Konkrete Kunst ist die Bezeichnung für eine Kunst ohne jede Beziehung zur visuellen Wirklichkeit, in der die bildnerischen Elemente weder Abbild der Natur noch symbolisch gemeint sind, sondern in einem Wechselspiel von (meist geometrischen) Formen nur sich selbst bedeuten.“ So drückte dies Theo van Doesburg einst aus, er gründete diese Kunstrichtung 1930. 
Wieso diese Ausstellung so wichtig speziell für mich ist (und für die Dichtungsfans), das werde ich in ein paar Tagen kundtun. :-)
Zuvor möchte ich nur ein paar Impressionen von Freitag hier zeigen. Nett war es, mit vielen interessierten Menschen. Die 6 Künstlerinnen durften bereits in aller Welt ausstellen, nun das erste Mal gemeinsam in der EULENGASSE - und ich muss sagen (und das hätte ich vorher nicht gedacht), trotz der großen Unterschiedlichkeit der Werke passen sie doch sehr gut zusammen: Dominique Chapuis (das Bild mit den beigen und weißen Streifen), Rity Jansen Heijtmayer (die Bilder mit den Keilen), Ingrid Hornef, Jin-Kyoung Huh (das letzte Foto von unten), Anneke Klein Kranenbarg (Parallelogramme und Kuben) und Hella Nohl. Letztere blieb mir im Gedächtnis, da sie als Thema "WEIN" hat, ganz spannend (die vier Bilder, die eher rötlich sind). Und Hornef (die schwarz weißen Vierecke) deswegen, weil sie würfelt. Wie ich das meine? Die Abstände der Linien ermittelt sie durch Würfeln, der Zufall entscheidet. Das ist doch ein schönes Konzept. Wie vielfältig man Streifen zum Beispiel verwenden kann, erkennt man an den Werken von Chapuis. 
Ich bin ja immer etwas aufgeschmissen, wenn es um bildende Kunst geht, aber im ausstellungsraum EULENGASSE liegen einige Kataloge, Flyer ect., die einem weiter helfen, einem die Künstlerinnen näher bringen. Kunst ist schon auch ein bisschen Arbeit und sich-damit-beschäftigen. Wer aber sofort mehr Infos haben möchte, kann in diesem Blog mehr über die Ausstellung erfahren:
http://erhard-metz.de/2013/11/23/ausstellungsraum-eulengasse-um-20-40/
Wieso braucht es Konkrete Kunst? Wieso heißt das Motto der Vernissage "Die Zukunft heißt Frau"? Und was hat Konkrete Poesie mit Konkreter Kunst zu tun?
Ich stehe gerade am Anfang - und dieser Text hier stellt mehr Fragen auf als dass er auf irgendwas eine Antwort gibt. Nein, ich bin aber auch kein Kunstwissenschaftler, ich bin nur ein normaler Konsument von Kunst ... ;-)











Kommentare:

  1. Danke für den interessanten Bericht! Ich würde mich riesig freuen über einen so ausführlichen Beitrag von einem Gast meiner Ausstellungen in der Galerie pack of patches in Jena. Vielleicht schauen Sie ja eines Tages auch mal in meiner Galerie zur Türe hinein... Das wäre toll. Zumal ich durchaus ein Freund konkreter Kunst bin. Ob ich sie verstehe, die konkrete Kunst, oder überhaupt...? Finden Sie es heraus!
    Herzliche Grüße, Grit Höhn

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  2. Liebe Grit Höhn,
    als ich vor zwei oder drei Jahren in Jena war, gefiel es mir ganz gut, vor allem fand ich die eine Eisdiele sehr gut - ich bekam für den gleichen Preis ungefähr drei Mal so viel Eis wie in Frankfurt. hihi
    Von daher komme ich sicher gerne noch einmal nach Jena, vielleicht ja in 2014.
    Beste Grüße,
    Jannis aka schmerzwach

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