Dienstag, 22. Januar 2013

Fortsetzungsroman: Moody Blue 24

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Naja, benimmt er sich denn etwa nicht verantwortungslos und egoistisch? begann er, er wohnt seit längerer Zeit mit seiner Freundin in München, irgendwann macht er sie dafür verantwortlich, dass er nicht weiterkommt, lernt dann ein sexgeiles Busenwunder kennen und vögelt mit ihr, seine Freundin ist ihm egal, er treibt sich mit dieser Schlange in der Weltgeschichte herum, erzählt ihr Märchen und kommt sich toll vor. Ob man das so krass sagen kann? warf ich ein. Und ob, Apostoli, so wie ich die Dinge sehe, hat er sich ein Idealbild von sich erschaffen, das des geilen, coolen, lockeren Lebemanns, der jede rumkriegt, superinteressant und ungewöhnlich ist, und diesem Bild möchte er so nah kommen wie nur möglich. Vielleicht, sagte ich. Ich hatte Levent bisher sehr gemocht, Apostel, aber wie er gestern Nacht neben uns saß, war er mir überaus unheimlich, mit Tobias vergleichbar und auch mit Christian neuerdings. Mit denen stimmt etwas nicht. Levent hatte mich von Anfang an gerne, berührte mich, knuddelte und küsste mich, was ich schön fand, wie du weißt, aber jetzt... 
Alejandro, du hast recht, mir ging es ähnlich, der Umgang mit Stefanie und Tobi hat den beiden Jungs geschadet. Aber wie machen die das? wollte ich wissen. Da steckt etwas dahinter, meinte mein Engelchen. Sex? fragte ich. Sex ist eine ungeheure Machtquelle, wie viele Menschen werden von ihm abhängig, schlittern in ausweglose Situationen. Sex kann dich stark und unverletzlich oder schwach und verletzlich machen. Waren Tobias und Stefanie die Starken und Christian und Levent die Schwachen? Aber das mit Levents flottem Dreier, ich meine, dass er zuerst die Freundin von seiner Schwester anmacht, dann Tobi akzeptiert und sogar Analverkehr mit dem macht? stutzte ich. Was meinst du damit? fragte Alejandro. So übermäßig kann Levent sich doch nicht verändert haben! Da muss eine geheime Treibkraft dahinterstecken, sagte ich. Seine Libido! rief mein Freund aus. Nein, Schatz, da ist noch mehr dahinter! behauptete ich. 
Nur wusste ich nicht was, ich musste es herausbekommen. In dieser Nacht allerdings nicht mehr. Der Spiegel war beschlagen, genau wie das Fenster, wir ließen weiteres dampfendes Wasser ein, machten Schaum, schossen uns gegenseitig mit Pistolen Spritzer ins Gesicht, lachten. Nach einer Weile stiegen wir aus dem Wasser, trockneten uns ab, fönten uns die Haare, wir cremten uns ein, zogen uns dann Shorts über und legten uns müde ins Bett, um zu schlafen. Das Fenster war offen und wir hörten zwei Hunde bellen, Haltet das Maul! schrie ich, blieb aber liegen. Mein Süßer nickte bald ein, ich brauchte ein wenig länger, ich dachte an Tobi und fragte mich, wieso ich ihn noch immer attraktiv fand und keine Kotzanfälle bekam. Mir wurde unbehaglich. Warum hatte ich ihn kennen lernen müssen? 
Am nächsten Morgen erwachte ich entspannt und ausgeruht, Alejandro sagte süß: Guten Morgen, mein Herzallerliebster. Er schien fit zu sein. Ich küsste ihn und begann ihn zu kitzeln, es erregte mich, so zog ich seine Shorts herunter, berührte ihn an seinem ebenfalls steif gewordenen besten Stück, knetete es ein bisschen, danach rutschte ich nach unten, so dass ich es mit meinem Mund küssen und daran saugen konnte, jetzt hatte ich ihn so weit, wir fielen übereinander her, so war es uns schon oft nach dem gemeinsamen Erwachen gegangen. Ich wurde wüster, verwöhnte ihn mit meinem Mund, ich liebte es, wenn sein Keuchen lauter erklomm. 
Wie war das mit dem Sex und der Macht? Es machte mich geil, wenn ich ihm Freude bereiten konnte. 
Das Telefon klingelte. Levents Freundin. Sie heulte mich voll, was er für ein schmieriges Arschloch sei, wie er sie jetzt im Stich lassen könne, dieser Hurenbock. Ob ich sie verstehe? Natürlich? Oder? Ich habe ja alles genau mitgekriegt, wisse diesen Verrat richtig einzuschätzen. Dann fragte sie mich, ob er ein anderes Mädchen vögle, ich könne es ihr ruhig sagen, sie spüre es genau, ich solle ihr sagen, was das für ein Flittchen sei, die würde sie fertigmachen, dieser alte Drecksack, nach so einer langen Zeit, in der er sie ausgesaugt habe, dieser Parasit. Na, wer ist sie? spuck es aus! forderte sie mich auf. Das bringt doch jetzt nichts, meinte ich, lass ihn gehen, er liebt dich noch, er möchte einfach allein sein. Und eine Schlampe ficken, sagte sie zornig, nenn mir ihren Namen! Wenn du vernünftig reden möchtest, okay, aber so nicht, ich lege auf, erwiderte ich schroff. Sie legte ihrerseits prompt auf, jedoch ohne zu vergessen, mir vorher noch etwas Gemeines entgegen zu donnern: Du bist immer auf seiner Seite, du Schwuchtel! Dann rief Tobi an, der mich einmal mehr nach dem Verbleib von Levent und Stefanie fragte, sie seien erneut verschwunden, ob ich etwas davon wisse. Ich verneinte. 
Merkwürdig, dass ich mich freute, mit ihm zu sprechen, man wird meistens gerade von dem angezogen, von dem man genau weiß, dass es einem gefährlich werden kann. Da ich nicht der gleichen Meinung wie Alejandro war, das Ding mit der Distanz –, wollte ich die Situation wenigstens ein wenig klären. Das vorgestern Abend, begann ich schüchtern, ähm –, es war schön, aber könnten wir nicht vergessen, dass es passiert ist? Ja, klar, sagte Tobias. Es steht nicht zwischen uns? Nein, Apostoli. Tobi, sag, was hältst du von der ganzen Sache? Wir hatten geilen Sex, meinte er, mehr war da nicht, fertig. Was fragte ich ihn überhaupt, der trieb es doch ständig mit irgendjemanden, egal, ob Mann oder Frau, hässlich oder schön! 

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