Dienstag, 27. Juli 2010

Über das Projekt Körper

Waltraud Posch hat über das Projekt Körper geschrieben, wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt. Vor einiger Zeit las ich das Buch, das im Campus-Verlag erschienen ist, ja, geradezu verschlungen habe ich es. Ich hatte mich in meinem Buch damit beschäftigt. Es ist übrigens an der Uni-Bibliothek
(Plastargias, Joannis: Bodybuilding zur Stärkung des jugendlichen Selbstwertgefühls / Joannis Plastargias . - Frankfurt am Main : Kubayamashi-Do, 2010 . - 309 S. Standort: UB, Signatur: 89.158.63) ausleihbar, wenn man es nicht für teuer Geld erstehen möchte. Nichtsdestotrotz finde ich es immer wieder interessant, mich mit der Thematik zu beschäftigen, schließlich ist es so, "dass", wie die Autorin sagt, "Schönheit als Spiegel der Selbstoptimierung und des Zurschaustellens eines gelungenen, mitunter auch eines am Aufstieg orientierten Lebens gilt." Und: "Moderne Menschen sind nicht nur autonom und handeln nicht nur freiwillig, sondern sie agieren vor dem Hintergrund sozialer Normen."
Nein, ist hier die These, die ich unterstütze, man macht sich nicht für sich selbst schön, ganz sicher nicht, denn, wenn es so wäre, dann würden wir vielleicht eher mit zerzausten Haaren, leichtem Bierbauch, grauen Jogginghosen, Unterhemd und Schlappen durch die Gegend rennen, zum Bäcker, beim Weggehen und bei der Arbeit. Doch keiner macht es. Wieso? Weil man anderen gefallen möchte, potenziellen Arbeitgebern und Partnern, weil man Anerkennung kriegen möchte, weil man etwas darstellen möchte. Ein durchtrainierter Körper, ein schönes Äußeres ist ein Mittel zum Zweck, stellt gesellschaftliche Werte wie Individualität, Leistung, Flexibilität und Freiheit dar. Stresst dieses permanente Körper-Agieren, der ständige Zwang, seinen Körper zu verschönern, nicht auch auch euch? Ebenso wie die Autorin Waltraud Posch glaube ich, dass diese permanenten Botschaften, mit denen man konfrontiert ist, die einem immer wieder mitteilen, wie wichtig ein geschöntes Äußeres für das soziale, berufliche und private ÜBERLEBEN ist. Und es ist tatsächlich so, dass die eigene Schönheit wichtiger als vor 20 Jahren ist.

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