Sonntag, 27. September 2015

Karlsruhe - oder ich bin im Zauberwald mit den Regenbogenlampen


Karlsruhe war mir jahrelang eine Heimat. Eine schöne Heimat. In der ich mich wohl fühlte. In der ich schöne Dinge erlebte. Gerade auch im wunderschönen Schlossgarten. Oh Mann, wie viele Mittage habe ich während des Studiums dort verbracht (in den ersten zwei Semestern wohnte ich fünf Minuten zu Fuß vom Schlossgarten entfernt), aber auch: wie viele Nächte bin ich in diesen Schlossgarten geklettert, habe rauschhafte Zustände erlebt, mit Alkohol, aber auch ohne. Dort durfte ich auf der einen Seite den schönsten Kuss bisher erleben, auf der anderen Seite auch den witzigsten (irgendwie) - bei letzterem übergab sich mein Partner DANACH, weil er offensichtlich zu viel getrunken hatte. Ich nahm es nicht persönlich und wir wurden daraufhin gute Freunde - geküsst habe ich ihn natürlich nicht mehr. Der schönste Kuss ist eine ganz andere Geschichte. Manchmal denke ich, dass dieser Partner der Mann meines Lebens hätte werden können. Wenn wir beide nicht so viel Angst davor gehabt hätten oder uns im richtigen Moment getroffen hätten oder auch woanders.
Weil ich den 3. Diary Slam des Bücherbüffet moderieren durfte, war ich wieder einmal in Karlsruhe und die besten Gastgeber der Welt nahmen mich nach dem Diary Slam zum Schloss, wo das Abschlussfest des Stadtgeburtstags stattfand - 300 Jahre Karlsruhe. Gefeiert mit ganz viel Feuer, Zauberwäldern, Regenbogenlampen, viel Alkohol und Essen und noch mehr Menschen. Ich fand es schön, fühlte mich wohl, obgleich ich versuchte alles auf Abstand zu halten, nicht an die Vergangenheit zu denken, sondern in der Gegenwart zu bleiben. Karlsruhe ist meine Vergangenheit, kann mich aber auch in der Gegenwart verzaubern, wenn ich es zulasse. Ja, ich darf noch immer neue Geschichten in der alten Heimat erleben, Freundschaften wachsen lassen, für Männer aus Karlsruhe schwärmen, von ihnen träumen, darf neue Anekdoten mitbringen, darf arbeiten, heißt: moderieren, lesen, Freude schenken. Ja, es war wirklich schön und Karlsruhe erfüllte mich mit neuem Zauber!



















 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen