Donnerstag, 17. September 2015

Frankfurter Verkehrsliteratour


Für mich war die erste Zeit in Frankfurt gar nicht so einfach. Ich war wegen der Liebe ins Rhein-Main-Gebiet gekommen - und kaum war ich da, zerbrach diese. Der neue Job war auch nichts für mich. Und zu allem Überfluss hatte ich fürchterliche Panik-Attacken. Die ersten Monate litt ich sehr, fühlte mich ungeliebt, von allem und jedem. Auch von dieser Stadt Frankfurt, die sowieso nur ein Übergang sein sollte - das Ziel hatte Berlin sein sollen, später, wenn mein damaliger Freund mit dem Studium fertig sein sollte. Er ist seit Jahren schon dort und ich bin immer noch hier. Denn irgendwann wurde Frankfurt meine Heimat, meine geliebte Heimat. Einer der ersten Orte, die ich lieben lernte, war der Botanische Garten im Grüneburgpark. Es war klar, dass ich mal einen Text schreiben würde, der diesen Ort zum Mittelpunkt des Geschehens macht. 



Ich saß mit Hilke-Gesa Bußmann in der Rotunde am Campus Westend und sagte gerade, dass ich diesen Ort ganz schön finde. Und plötzlich war uns beiden klar: darum sollte es in unserer geplanten Frankfurt Anthologie gehen: um Orte, Gebäude, Plätze, Denkmäler ..., die in Frankfurt stehen - und an denen etwas Besonderes passieren sollte. Quasi ein literarischer Reiseführer. Wichtig war uns aber auch, dass wir mit ganz vielen verschiedenen Autor/innen aus Frankfurt kooperieren, vielleicht darüber eine Gemeinschaft generieren könnten. Deswegen sollte das Genre egal sein, zunächst mal schon eine Beschränkung auf Prosa, sondern gerne auch mit Gedichten und Aphorismen versehen. Aber dann auch Liebe / Krimi / Fantasy / Humor / Thriller und und und ... Alles sollte erlaubt sein. So lange ein Ort gewählt wurde, der eine Haltestelle in der Nähe hatte. Denn recht schnell kam dann die Idee auf, dass das ÖPNV eine große Rolle spielen sollte in unserer Anthologie - und here it is!


Frankfurter Verkehrsliteratour
HERAUSGEBER:  Daria Eva Stanco Jannis Plastargias Nina Maria Marewski
Im Mittelpunkt der Anthologie stehen Gebäude, Denkmäler, Plätze, Brücken, Straßen,  bekannte und weniger bekannte Frankfurter Sehenswürdigkeiten, die alle eine Anbindung zu einem öffentlichen Verkehrsmittel haben, Stationen, die sich mit Bus, Tram, U- oder S-Bahn erreichen lassen. Dieser literarische rote Verkehrsleitfaden fungiert als Reiseführer und gibt den Neuentdeckern – Einheimischen, Zugezogenen oder Touristen – eine Orientierung durch die Weltstadt.

Fällt der Abend auf die Alte Oper
milchig gelb das Licht in Anmut
das Wasser springt majestätisch empor
fällt samtig zurück in seinen Granit.
Vier Blitze Schlag auf Schlag
fotografieren den Platz
Verliebte händchenhaltend
das Kind auf dem Tretroller
ein anderes fährt Dreirad.
(Safiye Can)

So kennen wir Frankfurt, so lieben wir die Mainmetropole: Nach bewegter Geschichte heute als Messe- und Finanzstadt mit Skyline und Flughafen bekannt, für Goethe und Apfelwein weltberühmt. Aber war‘s das schon? Mitnichten: Aus der überraschend großen Off-Kultur-Szene entwickelte sich das Projekt Verkehrsliteratour. 26 Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Frankfurt und Umgebung widmen der Stadt am Main ihre jeweils ganz persönliche Liebeserklärung.

Gefällt Ihnen das städtische Gewusel? Waren Sie schon mal an einem Mittwoch am Frankensteiner Platz? Haben Sie den Eschenheimer Turm gesehen? Auch als Ashley weg war? Wer ist überhaupt Ashley? Möchten Sie, von einem Pustekuss aufgeweckt, etwas über Liebe erfahren? Kennen Sie die  Frau, die jeden Morgen mit ihrem Dackel vor der Rolltreppe zur U-Bahn-Station Merianplatz steht? Sie möchten direkt weiter und noch mehr erleben? Dann fahren Sie mit der U5 zum Hauptbahnhof und nehmen dort die Tram 21 bis zur Rennbahn. Oder fahren Sie mit der S-Bahn bis zur Galluswarte.

Hierher und an andere ausgewählte Plätze laden wir Sie ein. Folgen Sie unseren Empfehlungen und entdecken Sie durch unsere literarischen Texte eine andere Seite der Stadt: die der Poeten, Schriftsteller, Denker und gefühlvollen Beobachter. Willkommen in Frankfurt am Main.

Im Mittelpunkt der Anthologie stehen Gebäude, Denkmäler, Plätze, Brücken, Straßen,  bekannte und weniger bekannte Frankfurter Sehenswürdigkeiten, die alle eine Anbindung zu einem öffentlichen Verkehrsmittel haben, Stationen, die sich mit Bus, Tram, U- oder S-Bahn erreichen lassen. Dieser literarische rote Verkehrsleitfaden fungiert als Reiseführer und gibt den Neuentdeckern – Einheimischen, Zugezogenen oder Touristen – eine Orientierung durch die Weltstadt.


Nutzen Sie das öffentliche Verkehrsnetz. Steigen Sie ein – Türen schließen selbsttätig – und erleben Sie unsere Frankfurter Verkehrsliteratour.

Bestellen kann man hier: http://groessenwahn-verlag.de/shop/anthologien/frankfurter-verkehrsliteratour/

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