Dienstag, 19. Januar 2016

Anekdoten aus der Bäckerei


Eine weitere schöne Szene spielte sich beim Bäcker vor meinen Augen ab und öffnete mein Herz:
Ein kleiner Junge mit Rucksack wird zum Brötchen holen geschickt. Er hält einen Zettel in der Hand und versucht die Bestellung seiner Eltern zu lesen. Vermutlich die Sauklaue eines Erwachsenen. Schon beim ersten Punkt wird es schwierig: zwei Donuts. Die Fachverkäuferin fragt: Welche denn? "Öhm!" Okay, er entscheidet sich für jeweils einen von einer Sorte. Dann der zweite Punkt. Tja, kann er nicht entziffern. 
"Moment, reich mir mal den Zettel rüber", sagt die Bäckereifachverkäuferin. Sie packt am Ende zwei Tüten, die auf der Theke liegen. Gleichzeitig möchte sie ihm das Geld geben. Jetzt beginnen die Schwierigkeiten. "Nimm zuerst das Geld, junger Mann!" Er nimmt es, versucht aber gleichzeitig seinen Rucksack vom Rücken zu kriegen, weil er dort die Brötchen verstauen möchte. Er verhakt sich. Die Frau neben ihm hilft ihm. "Zuerst das Geld!" Okay, er packt das Geld ein, die lächelnde Dame packt die zwei großen Tüten in den kleinen Rucksack. Nun bedankt sich der kleine Junge vielmals höflichst und lächelt erleichtert. Alle sehen dem Schauspiel zu und lächeln beherzt. :-)

Das neue Bäckers-Team bringt sich ein - oder auch: Montagmorgenbegeisterung: 
Ich: Ein Camembert-Brötchen, bitte.
Verkäuferin 1: Oh ja, das ist so lecker!
Verkäuferin 2: Das erste Mal! Seit Tagen wollte ich, dass sie es probiert! Und jetzt hat es ihr so gut geschmeckt! 
Ich: Sie haben noch nie Camembert gegessen?
(man bedenke: ich bin Elsässer!) 
Verkäuferin 1: Nein, das erste Mal!
Ich: Und jetzt jeden Tag, oder?
Sie bejaht lachend. :-D
Einen schönen Tag noch! :-)
 
Beim Bäcker:
Eine neue Kollegin wird eingearbeitet. Ich bestelle zwei Kürbiskern-Brötchen. Sie möchte 1,10 Euro von mir haben, daher weise ich sie darauf hin, dass die im Angebot für 0,99 Euro sind.
Zu ihrem Kollegen:
"Ach, das wusste ich ned. Und wie mache ich das?"
Er: "Guckst du. Drückst du das und das."
Sie zu mir gerichtet: "Haha. Ich wollte Wochenendzuschlag."
Ich schmunzele: "Probieren kann man es ja mal!"
Sie: "Gell?!"
 
In der Bäckerei strahlt mich die Verkäuferin an:
"Wieder da?"
Ich (leicht erstaunt): Ähm ja.
Bestelle, kriege das Gewünschte, zahle.
Dann: "Also, du warst doch heute schon mal da, oder?"
Ich: Nein, ich war gestern da.
Sie: "Ach Gott, wie schnell die Zeit vergeht!"

In der Bäckerei:
Die Bäckerei-Leiterin verneigt sich vor uns, bedankt sich bei den gerade anwesenden Stammkunden dafür, dass ihre Filiale erfolgreicher als andere ist (ihr wurden vom Bezirksleiter Zahlen genannt). :-D
Sie sagt: Aber wir müssen unbedingt noch besser werden. Wollen Sie nicht einen Kaffee?
Ich (trinke nie Kaffee): Nein, danke, aber noch viel Erfolg! :-)

Die Bäckereifachverkäuferin lässt sich auch ganz leicht glücklich machen, ich muss nur meine zwei Brötchen mit Münzen in allen Cent-Variationen bezahlen, dann frohlockt sie, sagt laut: "Wow. Immer seeehr gerne wieder!" Und wünscht mir einen ganz besonders schönen Tag!
Wenn man nur alle Menschen so leicht glücklich machen könnte ...

Also die heutige Bäckers-Episode stammt von meinem Mitbewohner, der die grandiose Idee hatte zu meinem Bäcker zu gehen. Er bestellte also ein Bio-Landbrot. Dann kam die Frage: Darf es noch etwas sein? Und er antwortete: zwei Bio-Vollkorn-Brötchen.
Daraufhin sagte die junge Frau: "Hm, aber du bist nicht irgendwie ein Vegetarier undsowas?"
Großes Fragezeichen bei meinem Mitbewohner.
Meine steile These: Sie wollte ihn abchecken, dachte sich, hm, der sieht schnuckelig aus (tut er) - aber was mache ich, wenn er mich zu irgendwas
einladen soll? Määäh, ich will kein geräuchertes Tofu essen (und so). :-)

Gereizt in der Bäckerei:
Die Schlange ist lang, eine Frau ist dran, telefoniert noch während sie bestellt, der Bezahlvorgang dauert gefühlt eine Stunde. Wir in der Schlange werden schon ganz unruhig, weil wir das superunhöflich finden. 
Dann komme ich irgendwann endlich dran, sag, was ich möchte, füge dann noch etwas dazu:
Und ein Nougatkreppel, bitte.
 - Ein Kreppel?
 - Ja, ein Nougartkreppel bitte.
 - Ein Himbeerkreppel?
 - Nein, NOUGAT! (Ich habe nicht geschrieen, aber sie sollte mich ja verstehen, also etwas lauter)
Lächelnd sagte die Bäckereifachverkäuferin:
Ist ja gut, ist ja gut, nicht mit mir schimpfen.
Und ich nur so: rotwerd und schäm.

Absurde Situationen in der Bäckerei:
Als ich in die Bäckerei gehe, steht da eine schöne Frau mit blonden langen Haaren - sie wirkt etwas verschüchtert, vielleicht auch hilflos. Der Bäckersjunge steht neben ihr, redet - ich will mal sagen: auf sie ein. 
Ich kriege mit: "Ja, mein Onkel ... der etwas ältere Herr, der hier arbeitet ... der ist IMMER aus dem Häuschen, wenn Sie kommen." 
Sie: "Ja, der hat mir letztens einen Kaffee ausgegeben."
Er: "Ja, der. Der steht total auf Sie."
Ich bestelle und bezahle schnell, die Dame an der Theke ist auch schon etwas überfordert.
Er: "Ich kann ihm ja Ihre Nummer geben."
Ich fliehe schnell und tue so, als hätte ich nichts mitgekriegt - nicht, dass es für die arme blonde Frau noch unangenehmer wird.Draußen muss ich jedoch etwas schmunzeln ...
Der Bäckersjunge hat wieder zugeschlagen und meinen Vormittag versüßt:
Eine junge, sehr attraktive Frau bestellt auf Englisch. Er bemüht sich redlich mit der Sprache. Am Ende fragt er, ob sie auch Deutsch könne. Sie sagt: "Ein bitchen"
Ich lache schon innerlich.
Er sagt: "Good. I learn you German."
Ich denke nur: Mann, wie diese Frau duftet. Sie lacht und sagt: "That's nice."
Sie geht aus dem Laden, da meint er zu mir:
"Oh, ich bin so süchtig nach Frauen, so süchtig. Was soll ich nur machen?"
Ich zucke mit den Schultern, bestelle mein Brot.
Dann er: "Wenn man so jung ist wie ich, dann denkt man immer nur an Frauen, was soll man machen."
"Ähm, willst du sagen, dass ich alt bin?"
Er: "Ja, nein, aber da denkt man einfach auch andere Sachen. Familie, Haus ..."
Jungs, denke ich. :-) Sage aber natürlich nichts, sondern:
"Viel Glück noch bei den Frauen! Ciao!"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen